
Forschungsergebnisse von P 885, P 965 und P 1048 Hybride Schichtverbundwerkstoffe zeichnen sich durch ein breites Spektrum an Funktionseigenschaften aus, das zudem an hochqualifizierte Beanspruchungsprofile neuer …
P 885, P 965, P 1048 - DFG / AiF-Cluster Trockenscherschneiden Forschungsergebnisse von P 885, P 965 und P 1048 Hybride Schichtverbundwerkstoffe zeichnen sich durch ein breites Spektrum an Funktionseigenschaften aus, das zudem an hochqualifizierte Beanspruchungsprofile neuer Produkte angepasst werden kann. Sie sind deshalb prädestiniert für einen Einsatz im Leichtbau aber auch in vielen anderen Anwendungsgebieten. Bislang fehlen jedoch serientaugliche Verarbeitungsverfahren für ihre Verwendung in industriellen Massenprodukten. Im Rahmen dieses AiF/DFG-Gemeinschaftsvorhabens ist daher der für die industrielle Fertigung sehr wichtige Scherschneidprozess wissenschaftlich untersucht und für das Schneiden von mehrschichtigen, flächigen Schichtverbunden aus Metall und Polymeren technologisch weiterentwickelt worden.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Vermeidung von Delamination, Kernstauchung oder Reißen der Deckschichten während des Schneidens gelegt, damit es nicht zu einer Beeinträchtigung der Funktion des Verbunds kommt. Um unerwünschte Wechselwirkungen zwischen den Polymerschichten und den üblicherweise eingesetzten Schmierstoffen als auch den zur Entfernung eingesetzten Reinigungsmitteln auszuschließen, wurde auf additive prozessverbessernde Schmierstoffe verzichtet. Ziel des Vorhabens war damit die Erarbeitung von Ansätzen zur Prozess- und Werkzeugauslegung, auf deren Grundlage das Trocken-Scherschneiden von differenten Schichtverbundwerkstoffen prozesssicher und industriell einsatzfähig gestaltet werden kann. Zur Lösung der Gesamtproblematik beschäftigten sich zwei grundlagenorientierte DFGProjekte (DFG I + II) und drei anwendungsorientierte AiF-Teilprojekte (AiF 1 – 3) jeweils mit unterschiedlichen Aspekten und technologischen Fragestellungen zum trockenen Scherschneiden als auch mit verschiedenen Schichtverbundarten. In allen Teilprojekten wurden zunächst umfangreiche Parameterstudien zur Erweiterung des Prozessverständnisses hinsichtlich der Beeinflussung der Schneidkräfte und der Schnittflächenqualitäten durchgeführt. Die Untersuchungen in AiF 1 zeigten u.a., dass die Rückzugskräfte durch den Einsatz von Schmierstoff verringert werden können, aber sowohl die Schneidkraft als auch die Schnittkantenqualität nicht beeinflusst werden. Das bedeutet, dass bei einem Schmierstoffverzicht weiterhin die gleiche Schnittkantenqualität zu erwarten ist. In AiF 3 konnte nachgewiesen werden, dass die Halbzeugtemperatur und der Schneidspalt den größten Einfluss auf die Kanteneinzugshöhe besitzen. Insgesamt zeigte sich eine starke Abhängigkeit des Schneidergebnisses vom jeweiligen Verbundwerkstoff. Für eine objektive Bewertung der Schnittflächen von Schichtverbünden nach optischen und sonstigen funktionalen Anforderungen wurden neue Schnittflächenkenngrößen in Ergänzung zur VDI-Richtlinie 2906-2 definiert. Zur Analyse der Schnittflächen sind einige gängige Verfahren in AiF 2 an die Besonderheiten von beschichteten Blechen angepasst worden. Damit ist zum einen eine einfache Untersuchung der Korrosionsneigung der offenen Schnittkanten möglich. Zum anderen können optimale werkstoffindividuelle Parametereinstellungen (Schneidparameter, Werkzeugeinstellungen) mit geringem Aufwand bestimmt werden. Für die Analyse der Schnittflächen bei Sandwich-Blechen wurden in AiF 3 mehrere Prüfprinzipien zur zerstörungsfreien Delaminationsdetektion qualifiziert. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten war die Analyse der Verschleißmechanismen in Abhängigkeit von der Werkstoffart und der Prozessführung. Die tribo-chemischen Verschleißanteile und deren Wirkmechanismen wurden mittels eines eigens hierfür in DFG I entwickelten Versuchsstandes mit gasdichter Umhausung ermittelt. Zusätzlich führten alle Teilprojekte Dauerversuche zur Bestimmung des Verschleißverhaltens der Schneidwerkzeuge unter verschiedensten Randbedingungen durch. Erwartungsgemäß erwies sich der Werkzeugverschleiß als stark abhängig vom Schmierungszustand. Allerdings bewirkt schon die Grundbeölung der Bleche (Lieferzustand) eine merkliche Reduktion des Verschleißes an den Schneidwerkzeugen. Beim Schneiden vollständig gereinigter, trockener Bleche wurde eine starke Adhäsionsneigung am Schneidstempel detektiert. Durch geeignete Werkzeugbeschichtungen – wie beispielsweise einer neuartigen taC-Beschichtung – können Kaltaufschweißungen an der Stempelkante verhindert und eine deutliche Standzeiterhöhung der Schneidwerkzeuge erreicht werden. Parallel zu den experimentellen Untersuchungen wurden in den DFG-Teilprojekten Modellansätze zur robusten Auslegung und Optimierung des Scherschneidprozesses sowie der Werkzeuge erstellt. DFG I entwickelte eine gekoppelte Schneid- und Verschleißsimulation. Die Simulation des Schneidprozesses basiert auf der Abbildung der Werkstofftrennung der Einzelkomponenten unter Scherung durch gekoppelte, kontinuumsmechanische Schädigungsmodelle. Die numerisch berechneten Lastkollektive (Kontaktdruck und Relativgeschwindigkeit) gehen als Eingabedaten in die phänomenologische Verschleißsimulation, die auf Basis des Archard Modells sowohl den abrasiven als auch tribo-chemischen Verschleißanteil vorhersagen kann. Wie Vergleiche mit experimentellen Untersuchungen der AiFProjekte gezeigt haben, sind mit dem Softwaretool gute qualitative Vorhersagen der Stempelkraft für komplexe Werkstoffverbunde möglich. Eine weitere Verbesserung der Vorhersagegenauigkeit kann durch eine aufwendigere Charakterisierung und Modellierung der Polymerwerkstoffe erreicht werden. Die Vorhersage des Softwaretools für den Werkzeugkantenverschleiß zeigte eine gute Übereinstimmung mit dem experimentellen Ergebnissen für monolithische Bleche. Für das Scherschneiden von Sandwich-Blechen wurde zusätzlich ein parametrisiertes analytisches Modell in DFG II entwickelt, mit dem die zu erwartenden Prozesskräfte und insbesondere ihr zeitlicher Verlauf vorhergesagt werden können. Ebenso kann die entwickelte Modellvorstellung dazu genutzt werden, Werkstoffkombinationen für Sandwich-Bleche auf ihre Schneidbarkeit hin zu untersuchen. Auf der Grundlage der experimentellen und simulativen Ergebnisse erfolgte schließlich eine Optimierung und Anpassung der Werkzeuge und der Prozessführung, so dass ein optimales Schneidergebnis und ein möglichst geringer Werkzeugverschleiß beim trockenen Scherschneiden der jeweils betrachteten Schichtverbundart erreicht werden. Als Qualitätskriterien wurden u.a. die Schnittgradhöhe und das Delaminationsverhalten des Verbunds betrachtet. Bei beschichteten Blechen ist zudem ein Überzug der Beschichtung über die Schnittfläche erstrebenswert, um das Halbzeug korrosionsresistenter zu machen. Bei Sandwich-Blechen muss eine Quetschung oder ein Herausziehen des weichen Kernmaterials verhindert werden. Es zeigte sich, dass bei Sandwich-Blechen eine optimale Schnittflächenausbildung durch das in DFG II entwickelte erweiterte Konterschneiden mit der Überlagerung von zusätzlichen Druckspannungen im Scherspalt erzielt werden kann. Im Hinblick auf eine seriennahe Weiterentwicklung der Konzepte wurden die Forschungsergebnisse mit Abschluss des AiF/DFG-Gemeinschaftsvorhabens in Richtlinien und Methoden zur robusten Auslegung des trockenen Scherschneidprozesses für hybride Schichtverbundwerkstoffe zusammengefasst. Die im Rahmen der Forschungstätigkeiten gewonnenen Erkenntnisse weisen einen hohen innovativen Beitrag auf, da erstmals das trockene Scherschneiden von verschiedenen metallischen Schichtverbünden systematisch untersucht wurde. Die Projektergebnisse bieten eine fundierte Grundlage, um in nachfolgenden Projekten die Einführung weiterer Schichtverbünde in industriell hergestellte Massenprodukte zu forcieren. Beteiligte Institute: Technische Universität Dortmund, Institut für Umformtechnik und Leichtbau Technische Universität Darmstadt, Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen Technische Universität München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen

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P 868 - Erweiterung eines analytisch numerischen Hybridmodells für die Verzugssimulation von Großstrukturen Schweißverzug stellt nach wie vor eines der Hauptprobleme in der Schweißtechnik dar. Er mindert die Qualität der Schweißkonstruktion, erschwert die reibungslose Durchführung des Fertigungsprozesses und führt zu hohen Nachbehandlungskosten. Zur Findung optimaler Schweißparameter, Einspannbedingungen oder Vorverformungen für die Verzugsminimierung von einfachen Schweißkonstruktionen ist die Durchführung zeit und kostenintensiver Experimente momentan noch weit verbreitet. Zunehmend setzt sich zu diesem Zweck auch die thermomechanische FE-Simulation durch. Jedoch stößt sie im Bereich industrierelevanter, großer Strukturen mit mehreren Schweißnähten an ihre Grenzen. Hier vorgestellt wird das analytisch numerische Hybridmodell zur Schweißverzugsberechnung, welches am Lehrstuhl Füge- und Schweißtechnik der BTU Cottbus entwickelt wurde. Unter Berücksichtigung der signifikanten Einflussfaktoren auf die beim Schweißen entstehenden plastischen Verformungen werden, zu der thermomechanischen Belastung jeder Schweißnaht mittels des analytischen Schrumpfkraftmodells äquivalent mechanische Lasten ermittelt. Diese werden einem Finite-Elemente-Modell der Konstruktion übergeben und die Verformung der gesamten Struktur mittels einer elastischen Analyse berechnet. Die Berücksichtigung der gegenseitigen Beeinflussung der einzelnen Schweißnähte sowie unterschiedlicher Fertigungsschritte erfolgt durch eine Rückkopplung. In dem Bericht wird die methodische Vorgehensweise ausführlich erläutert. Neben den Grundlagen des Hybridmodells werden auch weitere wichtige Aspekte, wie die Erfassung unterschiedlicher Stoßarten, industrierelevanter Schweißverfahren und Werkstoffe, sowie des instabilen Verhaltens dünnwandiger Strukturen beim Schweißen und im Raum gekrümmter Trajektorien diskutiert. Nach der Verifizierung des analytisch numerischen Hybridmodells an elementaren I-Stoßverbindungen folgen Anwendungsbeispiele, an denen die Vorgehensweise demonstriert wird. Die Komplexität der betrachten Schweißkonstruktionen erhöht sich hierbei sukzessive und beginnt mit einfachen I- und T-Stoßverbindungen. Anschließend wird das Modell auf eine Schweißkonstruktion mit acht Nähten angewandt und die Erfassung unterschiedlicher Schweißszenarien analysiert. Es folgt die Berechnung eines Schiffspanels welches mit 88 Schweißnähten in drei Fertigungsschritten gefügt wird. Die berechneten Schweißverzüge jedes Fertigungsschritts werden mit experimentell ermittelten Verzügen verglichen. Autoren: V. G. Michailov, C. Stapelfeld, N. Doynov Veröffentlichung: 2014
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P 813 - Entwicklung von effizienten Dimensionierungsgrundlagen für die Tragbohlen kombinierter Stahlspundwände Mit dem seit Jahrzehnten stetig zunehmenden Welthandel steigen über die Zahl der transportierten Container und die Vergrößerung der Schiffe auch die Anforderungen an die Größe der Kaimauern von Hafenanlagen. Die dafür gängigste Stahlbaulösung im Tiefwasserhafenbereich ist die kombinierte Stahlspundwand, die aus bis zu 45 m langen Hförmigen Tragbohlen und Z-förmigen Zwischenbohlen besteht. Für diese Konstruktion ist ein Stabilitätsnachweis zu führen. Mit der Umstellung der Normen von der nationalen DIN 18800 (2008) auf die europäische DIN EN 1993-1-1 (2010) haben sich die Stabilitätsnachweise im Stahlbau verändert. Während früher separate Nachweise für Biegeknicken und Biegedrillknicken geführt werden konnten, gibt es jetzt einen kombinierten Stabilitätsnachweis. Vergleichsrechnungen im Hafenbau haben gezeigt, dass der neue Nachweis zu massiveren Konstruktionen führt. Was bei der Bemessung derzeit nicht berücksichtigt wird, ist die Bauwerk-Boden-Interaktion. Daher diente dieses Projekt der Abschätzung des Bodeneinflusses und der Entwicklung von Möglichkeiten, bisher nicht berücksichtigte Bettungen anzusetzen. Dazu wurdezunächst ein Parameterfeld abgesteckt, das die derzeitige Situation und die Entwicklungen in näherer Zukunft in Europa berücksichtigt. Hierbei wurden auf Beckentiefe und Bodenbeschaffenheiten ebenso eingegangen wie auf konstruktive Variationen der Spundwand und deren Belastung. Experimentell wurden das Verformungsverhalten einer eingebetteten Einzeltragbohle und das Verhalten sowie die Steifigkeit durchden Spülsandboden ermittelt. Mit den Werten wurde ein Stabwerksmodell erstellt, das zu einer Parameteruntersuchung und der Ermittlung von ansetzbaren Bodenkennwerten führte. Parallel wurden mit Stabwerksmodellen der Einfluss von Imperfektionen und Bodenbettung auf das Stabilitätsverhalten von Tragbohlen untersucht. Hierbei wurden Einzel- und Doppeltragbohlen, verschiedene Lagerbedingungen (vor allem Bettung der Bohle über die volle Länge oder über eine Teillänge) und Biegeknick- und Biegedrillknickverhalten betrachtet. Zudem wurde experimentell und numerisch untersucht, welchen Einfluss Verschweißungsmuster und -grad auf die Torsionssteifigkeit teilverschweißter Doppeltragbohlen haben. Aus den Erkenntnissen wurden Lösungen erarbeitet, Bodenbettung im Stabilitätsnachweis zu berücksichtigen. Schließlich wurden aus den Bodenkennwerten, den Formeln zum Einbringen der Werte in den Stabilitätsnachweis und den Nachweisformeln aus DIN EN 1993-1-1, Abschnitt 6.3.3 (2010) vereinfachte Kriterien hergeleitet, mit denen Knicken um die schwache Achse und Biegedrillknicken ganz ausgeschlossen werden können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit Hilfe ausführlicher experimenteller und numerischer Untersuchungen die Boden-Bauwerk-Interaktion von kombinierten Stahlspundwänden untersucht wurde und Ansätze sowie vereinfachte Kriterien entwickelt wurden, mit denen der Einfluss des Bodens beim Stabilitätsnachweis berücksichtigt werden kann. Das IGF-Vorhaben 16493 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Universität Stuttgart vom Institut für Konstruktion und Entwurf und an der Technischen Universität Hamburg-Harburg vom Institut für Geotechnik und Baubetrieb durchgeführt. Autoren: U. Kuhlmann, B. Leitz, A. Just, J. Grabe, C. Schallück Veröffentlichung: 2014
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