
Mit dem schweißtechnischen Verbund von Stahlgussknoten mit Stahlrohren werden derzeit anspruchsvolle Konstruktionen des Hochbaus, Brückenbaus, Kranbaus und Windenergieanlagenbaus realisiert. Zur Entwicklung von …
Mit dem schweißtechnischen Verbund von Stahlgussknoten mit Stahlrohren werden derzeit anspruchsvolle Konstruktionen des Hochbaus, Brückenbaus, Kranbaus und Windenergieanlagenbaus realisiert. Zur Entwicklung von Bemessungsrichtlinien für geschweißte Hohlprofilknoten unter ruhender und nicht ruhender Beanspruchung sind eine Vielzahl an Forschungsarbeiten in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt worden. Da bei diesen Schweißverbindungen jedoch Ermüdungsrisse von der Schweißnahtwurzel ausgehen, sind hohe Sicherheiten bei der Bemessung erforderlich. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde eine geklebte Verbindung zum Anschluss von Rundhohlprofilen an Stahlgussknoten für die oben genannten Anwendungsgebiete entwickelt und systematisch untersucht.
Die geklebte Verbindung wurde durch einen Überlappungsstoß hergestellt. Die Möglichkeit der freien Formgebung von Gussbauteilen erlaubte die Ausbildung eines abgestuften Überlappungsbereichs. In den durch die Montage entstehenden Fügespalt wurde der Klebstoff injiziert. Das Fügeverfahren Kleben findet bei lastabtragenden, sicherheitsrelevanten Verbindungen im Bauwesen bisher kaum Anwendung. In anderen Branchen wie dem Automobil- oder Luftfahrzeugbau ist das Kleben schon seit vielen Jahren eines der zentralen Fügeverfahren. Die Entwicklung und Validierung einer geklebten Verbindung im schweren Stahlbau stellt somit sowohl in Bezug auf die Bauteildimensionen als auch im Hinblick auf die Beanspruchungsgrößen Neuland dar. Zur Lösung dieser Aufgabe erfolgte zunächst die Analyse von Randbedingungen sowie mechanischer und thermischer Beanspruchungen im konstruktiven Stahlbau und daraus die Ableitung von Anforderungen an die geklebte Verbindung. Zu beachten waren insbesondere die Herstellungs- und Fertigungstoleranzen der Fügepartner. Die resultierende Überlappverbindung von Stahlrohr und Gussknoten mit variierendem Spaltmaß wurde durch eine präzise gefertigte Dickschichtklebung realisiert. Oberflächenanalytische Untersuchungen und Klebversuche zeigten eine ausreichende Festigkeit der Klebung auf mit Korund gestrahlten Stahlgussoberflächen. Versuche an Substanz- und Verbundproben identifizierten und charakterisierten zwei Klebstoffe, welche die zuvor definierten Anforderungen erfüllten. Zur Fertigung der Probekörper nach dem Injektionsprinzip wurde eine teilautomatisierte Fertigungsvorrichtung entwickelt und geprüft. Diese vereinte die Prozesse Fügen, Fixieren sowie Klebstoffinjektion. Füllversuche zeigten eine blasenfreie Füllung des Fügespaltes. Zur Untersuchung der Beständigkeit der Klebverbindung wurden quasi-statische Belastungsversuche an geklebten Rohrproben unter verschiedenen äußeren Einwirkungen/Auslagerungen durchgeführt. Ermüdungsversuche an geklebten Rohrverbindungen dienten der Ermittlung der Beanspruchbarkeit der Verbindung bei nicht ruhender Belastung. Außerdem erfolgte eine Prüfung der Klebstoffe auf ihre Beständigkeit gegenüber Kriechbeanspruchungen. Die Tragfähigkeit geklebter Rohrproben bei Variation von Rohrquerschnitt, Klebschichtdicke, Überlappungslänge sowie bei definiert eingebrachten Imperfektionen wurde in umfangreichen experimentellen Untersuchungen bestimmt. Numerische Untersuchungen zur Optimierung der Klebfugengeometrie zeigten ein großes Potential des erarbeiteten Konzeptes "Endaufweitung der Klebfuge". Abschließend wurden Musterbauteile mit Außendurchmesser D = 298,5 mm nach dem erarbeiteten Konzept hergestellt und geprüft. Die Klebverbindung übertrug im statischen Lastfall bei geringer Streuung eine Maximalkraft von F = 2 MN bei einer Überlappung von lediglich 110 mm. Mit den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich geklebte Verbindungen zwischen Stahlgussknoten und Stahlrohren mit reproduzierbarer Tragfähigkeit klebtechnisch herstellen. Geklebte Stahl-Stahlgussverbindungen stellen eine Innovation dar, die neue gestalterische und konstruktive Möglichkeiten für Hohlprofilkonstruktionen aus Stahl im Hochbau, Brückenbau, Kranbau und Windenergieturmbau eröffnet. Das IGF-Vorhaben 17199 N der FOSTA-Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde am Karlsruher Institut für Technologie KIT, Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine, an der Hochschule München, Labor für Stahl- und Leichtmetallbau und an dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen, durchgeführt.

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P 868 - Erweiterung eines analytisch numerischen Hybridmodells für die Verzugssimulation von Großstrukturen Schweißverzug stellt nach wie vor eines der Hauptprobleme in der Schweißtechnik dar. Er mindert die Qualität der Schweißkonstruktion, erschwert die reibungslose Durchführung des Fertigungsprozesses und führt zu hohen Nachbehandlungskosten. Zur Findung optimaler Schweißparameter, Einspannbedingungen oder Vorverformungen für die Verzugsminimierung von einfachen Schweißkonstruktionen ist die Durchführung zeit und kostenintensiver Experimente momentan noch weit verbreitet. Zunehmend setzt sich zu diesem Zweck auch die thermomechanische FE-Simulation durch. Jedoch stößt sie im Bereich industrierelevanter, großer Strukturen mit mehreren Schweißnähten an ihre Grenzen. Hier vorgestellt wird das analytisch numerische Hybridmodell zur Schweißverzugsberechnung, welches am Lehrstuhl Füge- und Schweißtechnik der BTU Cottbus entwickelt wurde. Unter Berücksichtigung der signifikanten Einflussfaktoren auf die beim Schweißen entstehenden plastischen Verformungen werden, zu der thermomechanischen Belastung jeder Schweißnaht mittels des analytischen Schrumpfkraftmodells äquivalent mechanische Lasten ermittelt. Diese werden einem Finite-Elemente-Modell der Konstruktion übergeben und die Verformung der gesamten Struktur mittels einer elastischen Analyse berechnet. Die Berücksichtigung der gegenseitigen Beeinflussung der einzelnen Schweißnähte sowie unterschiedlicher Fertigungsschritte erfolgt durch eine Rückkopplung. In dem Bericht wird die methodische Vorgehensweise ausführlich erläutert. Neben den Grundlagen des Hybridmodells werden auch weitere wichtige Aspekte, wie die Erfassung unterschiedlicher Stoßarten, industrierelevanter Schweißverfahren und Werkstoffe, sowie des instabilen Verhaltens dünnwandiger Strukturen beim Schweißen und im Raum gekrümmter Trajektorien diskutiert. Nach der Verifizierung des analytisch numerischen Hybridmodells an elementaren I-Stoßverbindungen folgen Anwendungsbeispiele, an denen die Vorgehensweise demonstriert wird. Die Komplexität der betrachten Schweißkonstruktionen erhöht sich hierbei sukzessive und beginnt mit einfachen I- und T-Stoßverbindungen. Anschließend wird das Modell auf eine Schweißkonstruktion mit acht Nähten angewandt und die Erfassung unterschiedlicher Schweißszenarien analysiert. Es folgt die Berechnung eines Schiffspanels welches mit 88 Schweißnähten in drei Fertigungsschritten gefügt wird. Die berechneten Schweißverzüge jedes Fertigungsschritts werden mit experimentell ermittelten Verzügen verglichen. Autoren: V. G. Michailov, C. Stapelfeld, N. Doynov Veröffentlichung: 2014
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P 813 - Entwicklung von effizienten Dimensionierungsgrundlagen für die Tragbohlen kombinierter Stahlspundwände Mit dem seit Jahrzehnten stetig zunehmenden Welthandel steigen über die Zahl der transportierten Container und die Vergrößerung der Schiffe auch die Anforderungen an die Größe der Kaimauern von Hafenanlagen. Die dafür gängigste Stahlbaulösung im Tiefwasserhafenbereich ist die kombinierte Stahlspundwand, die aus bis zu 45 m langen Hförmigen Tragbohlen und Z-förmigen Zwischenbohlen besteht. Für diese Konstruktion ist ein Stabilitätsnachweis zu führen. Mit der Umstellung der Normen von der nationalen DIN 18800 (2008) auf die europäische DIN EN 1993-1-1 (2010) haben sich die Stabilitätsnachweise im Stahlbau verändert. Während früher separate Nachweise für Biegeknicken und Biegedrillknicken geführt werden konnten, gibt es jetzt einen kombinierten Stabilitätsnachweis. Vergleichsrechnungen im Hafenbau haben gezeigt, dass der neue Nachweis zu massiveren Konstruktionen führt. Was bei der Bemessung derzeit nicht berücksichtigt wird, ist die Bauwerk-Boden-Interaktion. Daher diente dieses Projekt der Abschätzung des Bodeneinflusses und der Entwicklung von Möglichkeiten, bisher nicht berücksichtigte Bettungen anzusetzen. Dazu wurdezunächst ein Parameterfeld abgesteckt, das die derzeitige Situation und die Entwicklungen in näherer Zukunft in Europa berücksichtigt. Hierbei wurden auf Beckentiefe und Bodenbeschaffenheiten ebenso eingegangen wie auf konstruktive Variationen der Spundwand und deren Belastung. Experimentell wurden das Verformungsverhalten einer eingebetteten Einzeltragbohle und das Verhalten sowie die Steifigkeit durchden Spülsandboden ermittelt. Mit den Werten wurde ein Stabwerksmodell erstellt, das zu einer Parameteruntersuchung und der Ermittlung von ansetzbaren Bodenkennwerten führte. Parallel wurden mit Stabwerksmodellen der Einfluss von Imperfektionen und Bodenbettung auf das Stabilitätsverhalten von Tragbohlen untersucht. Hierbei wurden Einzel- und Doppeltragbohlen, verschiedene Lagerbedingungen (vor allem Bettung der Bohle über die volle Länge oder über eine Teillänge) und Biegeknick- und Biegedrillknickverhalten betrachtet. Zudem wurde experimentell und numerisch untersucht, welchen Einfluss Verschweißungsmuster und -grad auf die Torsionssteifigkeit teilverschweißter Doppeltragbohlen haben. Aus den Erkenntnissen wurden Lösungen erarbeitet, Bodenbettung im Stabilitätsnachweis zu berücksichtigen. Schließlich wurden aus den Bodenkennwerten, den Formeln zum Einbringen der Werte in den Stabilitätsnachweis und den Nachweisformeln aus DIN EN 1993-1-1, Abschnitt 6.3.3 (2010) vereinfachte Kriterien hergeleitet, mit denen Knicken um die schwache Achse und Biegedrillknicken ganz ausgeschlossen werden können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit Hilfe ausführlicher experimenteller und numerischer Untersuchungen die Boden-Bauwerk-Interaktion von kombinierten Stahlspundwänden untersucht wurde und Ansätze sowie vereinfachte Kriterien entwickelt wurden, mit denen der Einfluss des Bodens beim Stabilitätsnachweis berücksichtigt werden kann. Das IGF-Vorhaben 16493 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Universität Stuttgart vom Institut für Konstruktion und Entwurf und an der Technischen Universität Hamburg-Harburg vom Institut für Geotechnik und Baubetrieb durchgeführt. Autoren: U. Kuhlmann, B. Leitz, A. Just, J. Grabe, C. Schallück Veröffentlichung: 2014
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