
Für das Fügen von hochfesten Mischbauverbindungen besitzt vor allem das Vollstanznieten in Kombination mit einem klebtechnischen Fügeverfahren ein großes Anwendungspotenzial. Der Untersuchungsschwerpunkt dieses Projekts …
Für das Fügen von hochfesten Mischbauverbindungen besitzt vor allem das Vollstanznieten in Kombination mit einem klebtechnischen Fügeverfahren ein großes Anwendungspotenzial. Der Untersuchungsschwerpunkt dieses Projekts liegt beim Vollstanznietkleben von dreilagigen Mischverbindungen mit dem Ziel das Leistungsvermögen des Fügesystems zu bestimmen. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurden Untersuchungen zu den elementaren Verfahren Vollstanznieten und Kleben sowie zum Hybridprozess dieser Fügetechniken durchgeführt. Dadurch wurden sowohl der Ausgangspunkt der elementaren Fügeverfahren erfasst als auch das außergewöhnliche Einsatzpotenzial sowie der Entwicklungsbedarf der hybriden Fügetechnik Vollstanznietkleben erschlossen.
Daraufhin konnten auf Grundlage der erlangten Erkenntnisse Ansätze zur Verfahrensoptimierung hergeleitet und deren Einfluss auf die Verbindungsausbildung sowie das Tragverhalten der Verbindungen überprüft werden. Des Weiteren dienten diese Optimierungsschritte zur Weiterentwicklung des Verfahrens. Im Hinblick auf das Hybridfügeverfahren Vollstanznietkleben werden Problemstellungen dargestellt, die aus den hohen Prozesskräften im Zusammenspiel mit dem tribologischen System resultieren. Basierend auf den vorliegenden Wirkzusammenhängen war die Veränderung des Funktionsprinzips der Stanznietwerkzeuge ein signifikanter Aspekt der Untersuchungen. Die Umgestaltung der Werkzeuge führte zur Vermeidung von kritischen Fügeteildeformationen und eine optimierte Klebstoffanbindung sowie einer homogenen Klebschichtausbildung. Dabei wurde ein einteiliges Matrizenkonzept beibehalten und durcheine angepasste Grundform überarbeitet. Die Leistungsfähigkeit der optimierten Fügetechnik wurde durch Vergleichsuntersuchungen mit einem mehrteiligen Matrizenkonzept aufgezeigt. Die optimierten Werkzeugkonzepte wurden ferner mittels Tragfähigkeitsuntersuchungen elementar- sowie hybridgefügter Verbindungen unter statischer und dynamischer Lasteinleitung dargestellt. Verglichen mit der Ausgangssituation der elementaren Fügeverfahren konnten die maximale Kraft- und Arbeitsaufnahme der Verbindungen wesentlich gesteigert werden. Zum Abschluss werden aus dem Forschungsvorhaben gewonnene Erkenntnisse des hybriden Fügeverfahrens als fertigungstechnische Empfehlungen abgeleitet. Das IGF-Vorhaben 16820 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V. – FOSTA, Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Forschungsvorhaben wurde am Laboratorium für Werkstoff- und Fügetechnik der Universität Paderborn durchgeführt.

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P 822 - Einsatz des Laserstrahl-MSG-Hybridschweißverfahrens an längsnahtgeschweißten Großrohren der Güte API-X80/ -X100 zur Steigerung der Zähigkeit und Erhöhung der Wirtschaftlichkeit Moderne Öl- und Gaspipelines werden zu einem erheblichen Anteil aus längsnahtgeschweißten Großrohren der API-Stahlgüten X65 (L450, 1.8726) und X70 (L485, 1.8727) hergestellt. Ständig wachsende Erdgas-und Erdölförderraten in Verbindung mit Wandstärkenminimierung oder Betriebsdruckerhöhung erfordern zukünftig entsprechende Werkstoffsubstitutionen durch moderne höherfeste Werkstoffe, wie z.B. API-X80 (L555, 1.xxxx), X100 (L690, 1-xxxx) und X120, mit hinreichender Festigkeit und Zähigkeit. Zur schweißtechnischen Fertigung dieser Rohre kommt das UP-Schweißverfahren zum Einsatz. Zuvor wird die gesamte Rohrlänge mit einer durchlaufenden MSG-Heftnaht geschweißt. Zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit soll dieser Prozessschritt durch das Laserstrahl-MSG-Hybridschweißverfahren ersetzt werden. Für den sicheren Betrieb von Großrohren ist neben der Beachtung der Festigkeitseigenschaften vor allem die geforderte Kerbschlagzähigkeit der Schweißverbindung einzuhalten. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen dieses Forschungsvorhabens als primäres Forschungsziel das Erreichen einer hinreichenden Zähigkeit im Temperaturbereich von -60°C und -40°C bei wirtschaftlichen Prozessparametern definiert und systematisch untersucht. Für das Laser-MSG-Hybridschweißen der genannten hochfesten Pipelinewerkstoffe wurden geeignete Zusatzwerkstoffe (Massivdraht- und Fülldrahtelektrode) identifiziert und systematische Studien zur Abhängigkeit der Zähigkeit vom Erstarrungsverhalten und der erzielbaren Aufmischungstiefe durchgeführt. Eine erhöhte Wirtschaftlichkeit beim Einsatz der Laserhybrid-Technologie wird vor allem in der geänderten Nahtvorbereitung gesehen. Eine konstruktive Änderung der Fugenform führt zu der Reduzierung des Nahtvolumens und somit zu der erheblichen Senkung der Produktionskosten, weil in diesem Fall die erforderliche Menge des Zusatzwerkstoffes zum Auffüllen der Naht reduziert wird. Anhand von angefertigten Demonstratoren wird eine ca. 2,7-fache Reduzierung des Nahtquerschnittes und somit der erforderlichen Menge des Zusatzwerkstoffes nachgewiesen. Das IGF-Vorhaben 16415 N der FOSTA –Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Fachbereich 9.3 "Schweißtechnische Fertigungsverfahren", Berlin, durchgeführt und über die AiF im Rahmen des Pro-gramms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf-grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Autoren: M. Rethmeier, S. Gook, A. Gumenyuk Veröffentlichung: 2013
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