
Das Fügen von Stahlbauteilen mittels Laserschweißtechnik ersetzt in Teilbereichen der stahlverarbeitenden Industrie (Schiffbau, Rohrleitungsbau, Sonderprofilbau) zunehmend die konventionellen Schweißtechniken. Als …
Das Fügen von Stahlbauteilen mittels Laserschweißtechnik ersetzt in Teilbereichen der stahlverarbeitenden Industrie (Schiffbau, Rohrleitungsbau, Sonderprofilbau) zunehmend die konventionellen Schweißtechniken. Als Gründe hierfür sind die erreichbaren hohen Schweißgeschwindigkeiten bei gleichzeitig schmalen und schlanken Nähten mit guten Nahteigenschaften zu nennen sowie die geringe Wärmebelastung und der geringe Verzug der Bauteile infolge des Schweißens. Darüber hinaus können mit Hilfe von sogenannten Laserstichnähten geschlossene Strukturen wie Stahlhohlplatten wirtschaftlich gefertigt werden. Zurzeit fehlen jedoch experimentell abgesicherte Bemessungsverfahren von lasergeschweißten T-Stoß-Verbindungen unter Belastungskombinationen, die für den Stahlhochund Stahlbrückenbau relevanten sind.
Es sind weder die Laserstichnähte in den aktuellen Normenwerken wie dem EC3 verankert, noch gibt es Untersuchungen zur Ermüdungsfestigkeit von lasergeschweißten T-Stoß-Verbindungen unter Normalkraft-, Biege- und Schubbeanspruchung sowie unter kombinierter Beanspruchung. Das Ziel des Forschungsvorhabens war die Erarbeitung und Bereitstellung aller notwendigen wissenschaftlich und technisch erforderlichen Erkenntnisse zur Verwendung von laser- und laserhybridgeschweißten T-Stoß-Verbindungen in Stahlbaukonstruktionen. Des Weiteren sollten grundlegende Anschlussmöglichkeiten von lasergeschweißten Hohlplatten für deren Einsatz in Großkonstruktionen aus Stahl entwickelt werden sowie eine Spezifizierung der Anschlüsse für die Anwendungsgebiete Schiff- und Stahlbrückenbau und deren unterschiedliche Anforderungen vorgenommen werden. Dabei wurde das Ziel verfolgt, die Wirtschaftlichkeit und Qualität solcher Stahlkonstruktionen durch Verwendung von lasergeschweißten Profilen und Hohlplatten wesentlich zu verbessern. Innerhalb des Projektes wurden Schweißparameter und Mindestfertigungsstandards für laser- und laserhybridgeschweißte Vollanschlüsse und Laserstichnähte entwickelt. Für die im Stahlbau typischen Belastungen Normalkraft, Biegung und Schub wurden Bemessungsmodelle am Detail des T-Stoßes durch experimentelle Untersuchungen hergeleitet. Das lasergeschweißte Halbzeug „Hohlplatte“ wurde basierend auf d iesen Modellen umfangreich analytisch und numerisch sowie konstruktiv hinsichtlich eines Einsatzes im Schiff- und Stahlbrückenbau untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass Hohlplatten unter Verwendung der innerhalb des Projektes verbesserten Lasernähte für den Einsatz in hochbelasteten Decks bei Schiffskonstruktionen als auch bei hochgradig ermüdungsbeanspruchten Konstruktionen im Stahlbrückenbau grundsätzlich geeignet sind. Erste Ermüdungsversuche an Anschlusskonstruktionen für die geschlossenen Strukturen, zeigten zusätzlich aussichtsreiche Ergebnisse für eine praxistaugliche Anwendung der untersuchten Halbzeuge. Das IGF-Vorhaben 16935 BG der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Fakultät Bauwesen, Fachgebiet Stahlbau, Technischen Universität Dortmund, vom Institut für Konstruktion und Festigkeit von Schiffen, Technische Universität Hamburg-Harburg und von der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg- Vorpommern GmbH, Rostock, durchgeführt.

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P 834 - Untersuchung von Schraubenverbindungen im Stahl- und Verbundbau zur Schaffung von Regeln für die numerische Bemessung des baulichen Brandschutzes im Hochbau Im vorliegenden Forschungsprojekt werden Anschlüsse im Stahl- und Verbundbau mit hochfesten Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 im Brandfall untersucht. Mit Einführung der Komponentenmethode ist es heute möglich, Gesamttragwerke bei Raumtemperatur unter Berücksichtigung des Anschlussverhaltens zu simulieren. Im Brandfall ist dies bislang nicht möglich, da zum einen eine Umsetzung der Komponentenmethode oder eines vergleichbaren numerischen Modells für den Brandfall fehlt und zum anderen bislang keine validierten Materialgesetze für hochfeste Schrauben im Brandfall zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund werden auf Basis von Versuchsreihen zunächst Materialkennwerte für hochfeste Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 während und nach einem Brand entwickelt. Darunter fällt sowohl die Untersuchung des reinen Schraubenmaterials mittels stationärer und instationärer Warmzugversuche als auch die Untersuchung von Schraubengarnituren in Zug- und Abscherversuchen. Bei letzteren hat neben dem Material auch die Schraubengeometrie einen großen Einfluss auf das Verhalten. Im Rahmen der Untersuchungen zeigt sich, dass die Schrauben im Temperaturbereich bis 420°C durch das übliche Gewindeabstreifen versagen. Im Temperaturbereich von 420°C bis 650°C versagen die Schrauben hingegen infolge eines Risses im Gewindegrund. Es kann gezeigt werden, dass dieser Riss auf flüssigmetallinduzierte Spannungsrisskorrosion (LME) zurückzuführen ist. Oberhalb von 650°C versagen die Schrauben infolge von Flankenbiegung. Als Ergebnis der Materialuntersuchungen stehen damit zukünftig validierte Materialkennwerte für die Modellierung von Schrauben innerhalb von Anschlusssimulationen zur Verfügung, welche die verschiedenen Versagensformen bei unterschiedlichen Temperaturen berücksichtigen. Zusätzlich werden thermische und mechanisch numerische Modelle entwickelt, mit denen das Verhalten von Kopfplattenund Fahnenblechanschlüssen im Stahl- und Verbundbau beschrieben werden kann. Die Modelle werden durch Brandversuche an zwei hochbauüblichen Anschlüssen validiert. Innerhalb der Versuche und der numerischen Modelle wird dabei ein Temperaturfeld berücksichtigt, welches auf der Einheits-Temperaturzeitkurve und einer typischen Brandschutzbeschichtung durch einen dämmschichtbildenden Anstrich basiert. Es werden ein Kopfplattenanschluss im Stahlbau und ein Fahnenblechanschluss im Verbundbau untersucht. Im Falle des Fahnenblechanschlusses wird bei Raumtemperatur davon ausgegangen, dass es sich um einen gelenkigen Anschluss handelt. Es wird gezeigt, dass sich eine Momententragfähigkeit im Brandfall einstellen kann, sofern dem vorzeitigen Versagen der durchlaufenden Bewehrung vorgebeugt wird. Für die beiden Anschlussarten werden schließlich auf Basis der Komponentenmethode vereinfachte Federmodelle entwickelt, mit denen Steifigkeit und Tragfähigkeit der Anschlüsse im Brandfall ermittelt werden können. Zusammenfassend ist es zukünftig möglich, auf Basis von validierten Schraubeneigenschaften mittels Finite-Elemente- oder Federmodellen das Verhalten von Anschlüssen im Brandfall zu beschreiben und in Tragwerksberechnungen zu berücksichtigen. Das IGF-Vorhaben 16586 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover vom Institut für Stahlbau und an der Technischen Universität Darmstadt vom Institut für Stahlbau und Werkstoffmechanik durchgeführt. Veröffentlichung: Juli 2014
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