
Hochregallager werden üblicherweise mit Hilfe von dünnwandigen, kaltgeformten und nicht genormten Stahlprofilen der Stahlsorte S350GD+Z erstellt. Ab einer Bauhöhe von 20 Metern ist es sinnvoll, Hochregallager in …
Hochregallager werden üblicherweise mit Hilfe von dünnwandigen, kaltgeformten und nicht genormten Stahlprofilen der Stahlsorte S350GD+Z erstellt. Ab einer Bauhöhe von 20 Metern ist es sinnvoll, Hochregallager in Silobauweise zu errichten. Bei der Silobauweise wird die raumabschließende Dach- und Wandverkleidung von der Regalkonstruktion getragen. Aufgrund des Aufschwungs in der Logistikindustrie und der allgemeinen Flächenknappheit, werden Hochregallager inzwischen bis zu 50 Metern Höhe gebaut. Mit der rasanten Höhenentwicklung stößt die erzeitige Konstruktionspraxis an ihre statisch-konstruktiven Grenzen. Zudem können derartige Konstruktionen aufgrund der komplexen Profilausbildung nicht direkt mit den Regelungen der DIN EN 1993-1-3 bemessen werden.
Ziel des Forschungsvorhabens war es daher, die Tragtolerantkonstruktion von Hochregallagern in Silobauweise zu analysieren, zu optimieren und die Einsatzmöglichkeiten höherfester Stähle zu beurteilen. Dazu wurden sowohl die Gesamtkonstruktion des Hochregalsilos als auch einzelne Bauteile und Anschlusskonstruktionen untersucht. Im Detail wurden statisch-konstruktive Analysen typischer Hochregalsilos durchgeführt, aus deren Erkenntnissen Optimierungsparameter der Tragkonstruktion erarbeitet werden konnten. Umfangreiche experimentelle Untersuchungen zum Tragverhalten von druckbeanspruchten Stützenprofilen und Palettenträgern unter konstanter Momentenbeanspruchung ermöglichten es, für diese Querschnitte Bemessungskonzepte in Anlehnung an DIN EN 1993-1-3 zu entwerfen. Es wurden zudem Palettenträgerversuche mit einer realitätsnahen Lasteinleitung über die Paletten durchgeführt, die zeigten, dass die Palette das Biegedrillknicken des Trägers behindert und damit die Traglast der Palettenträger erhöht. Es zeigte sich jedoch, dass diese Traglasterhöhung entscheidend von der Oberflächenbeschaffenheit der Paletten abhängig ist. Zur Analyse des Tragverhaltens der Anschlüsse „Riegel-Stütze“ und „Diagonale-Stütze“ wurden ebenfalls experimentelle Untersuchungen durchgeführt. Dabei haben die Versuche am Anschluss „Riegel- Stütze“ gezeigt, dass mit der Auswertungsmethode gemäß DIN EN 15512 konservative Ergebnisse erzielt werden. Daher wurde eine Empfehlung für eine alternative Auswertungsmethode gegeben, mit der höhere Anschlusssteifigkeiten bei reduziertem Bemessungsmoment erzielt werden können. Um die Einsatzmöglichkeit höherfester Stähle beurteilen zu können, wurden vergleichende Versuche mit der üblicherweise im Hochregallagerbau eingesetzten Stahlsorte S350GD+Z und den Stahlsorten HX460LAD und HX500LAD durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass der Einsatz höherfester Stähle in bestimmten Fällen zur Optimierung von Tragsystem und Wirtschaftlichkeit der Konstruktion beitragen kann. Das IGF-Vorhaben 16998 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrundeines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Technischen Universität Dortmund, Lehrstuhl Stahlbau durchgeführt.

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P 834 - Untersuchung von Schraubenverbindungen im Stahl- und Verbundbau zur Schaffung von Regeln für die numerische Bemessung des baulichen Brandschutzes im Hochbau Im vorliegenden Forschungsprojekt werden Anschlüsse im Stahl- und Verbundbau mit hochfesten Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 im Brandfall untersucht. Mit Einführung der Komponentenmethode ist es heute möglich, Gesamttragwerke bei Raumtemperatur unter Berücksichtigung des Anschlussverhaltens zu simulieren. Im Brandfall ist dies bislang nicht möglich, da zum einen eine Umsetzung der Komponentenmethode oder eines vergleichbaren numerischen Modells für den Brandfall fehlt und zum anderen bislang keine validierten Materialgesetze für hochfeste Schrauben im Brandfall zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund werden auf Basis von Versuchsreihen zunächst Materialkennwerte für hochfeste Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 während und nach einem Brand entwickelt. Darunter fällt sowohl die Untersuchung des reinen Schraubenmaterials mittels stationärer und instationärer Warmzugversuche als auch die Untersuchung von Schraubengarnituren in Zug- und Abscherversuchen. Bei letzteren hat neben dem Material auch die Schraubengeometrie einen großen Einfluss auf das Verhalten. Im Rahmen der Untersuchungen zeigt sich, dass die Schrauben im Temperaturbereich bis 420°C durch das übliche Gewindeabstreifen versagen. Im Temperaturbereich von 420°C bis 650°C versagen die Schrauben hingegen infolge eines Risses im Gewindegrund. Es kann gezeigt werden, dass dieser Riss auf flüssigmetallinduzierte Spannungsrisskorrosion (LME) zurückzuführen ist. Oberhalb von 650°C versagen die Schrauben infolge von Flankenbiegung. Als Ergebnis der Materialuntersuchungen stehen damit zukünftig validierte Materialkennwerte für die Modellierung von Schrauben innerhalb von Anschlusssimulationen zur Verfügung, welche die verschiedenen Versagensformen bei unterschiedlichen Temperaturen berücksichtigen. Zusätzlich werden thermische und mechanisch numerische Modelle entwickelt, mit denen das Verhalten von Kopfplattenund Fahnenblechanschlüssen im Stahl- und Verbundbau beschrieben werden kann. Die Modelle werden durch Brandversuche an zwei hochbauüblichen Anschlüssen validiert. Innerhalb der Versuche und der numerischen Modelle wird dabei ein Temperaturfeld berücksichtigt, welches auf der Einheits-Temperaturzeitkurve und einer typischen Brandschutzbeschichtung durch einen dämmschichtbildenden Anstrich basiert. Es werden ein Kopfplattenanschluss im Stahlbau und ein Fahnenblechanschluss im Verbundbau untersucht. Im Falle des Fahnenblechanschlusses wird bei Raumtemperatur davon ausgegangen, dass es sich um einen gelenkigen Anschluss handelt. Es wird gezeigt, dass sich eine Momententragfähigkeit im Brandfall einstellen kann, sofern dem vorzeitigen Versagen der durchlaufenden Bewehrung vorgebeugt wird. Für die beiden Anschlussarten werden schließlich auf Basis der Komponentenmethode vereinfachte Federmodelle entwickelt, mit denen Steifigkeit und Tragfähigkeit der Anschlüsse im Brandfall ermittelt werden können. Zusammenfassend ist es zukünftig möglich, auf Basis von validierten Schraubeneigenschaften mittels Finite-Elemente- oder Federmodellen das Verhalten von Anschlüssen im Brandfall zu beschreiben und in Tragwerksberechnungen zu berücksichtigen. Das IGF-Vorhaben 16586 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover vom Institut für Stahlbau und an der Technischen Universität Darmstadt vom Institut für Stahlbau und Werkstoffmechanik durchgeführt. Veröffentlichung: Juli 2014
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