
Im Einklang mit den klima- und energiepolitischen Zielen der EU hat sich die deutsche Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20% zu erhöhen. Um dieses Vorhaben zu …
Im Einklang mit den klima- und energiepolitischen Zielen der EU hat sich die deutsche Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20% zu erhöhen. Um dieses Vorhaben zu unterstützen, sollen unter anderem neue Windparks in der Nordsee entstehen. Der Bau der Windparks stellt den Stahlbau vor eine große Herausforderung, da die bei Wassertiefen von bis zu 50 m im Meeresboden verankerten Gründungsstrukturen nicht nur dynamischen Belastungen durch die Drehung des Windrades ausgesetzt sind, sondern auch der Wellengang und die Tide die Strukturen beansprucht. So wird eine schwere Struktur mit bis zu 900 t gewählt.
Das Fügen der einzelnen Rohrsegmente der Gründungsstrukturen fällt unter Anwendung der gängigen Richtlinien demnach mit bis zu 1230 m Schweißnaht umfangreich aus. Das Fügen der Rohrsegmente der Gründungsstrukturen solcher Windenergieanlagen (WEA) erfolgt nach den bestehenden Richtlinien mit dem Uunter-Pulver-Schweißverfahren (UP). Im Gegensatz zu diesem Schweißverfahren bietet das Elektronenstrahlschweißen (EB) hohe Einschweißtiefen bei hoher Energieausnutzung. Die bis zu 100 mm dicken Rohrsegmente der Gründungsstrukturen können dabei in einem einzigen Prozessschritt gefügt werden, wodurch gegenüber dem UP-Schweißen ein großer zeitlicher Vorteil gegeben ist. Im Rahmen des Projektes wird das EBSchweißverfahren optimiert, indem ein wirtschaftliches Prozessfenster erarbeitet wird. Des Weiteren wird für einen weiteren Anstieg der Zähigkeit der Schweißnähte die Verwendung von Schweißzusatz wie Aluminium und Nickel untersucht, wobei insbesondere Aluminium die Entwicklung der Tieftemperaturzähigkeit positiv beeinflusst. Darüber hinaus wird die Bauteilsicherheit der Gründungsstrukturen der WEA anhand bruchmechanischer Konzepte untersucht. In einem ersten Schritt wird überprüft, ob die von den Schweißnähten gewährleistete Zähigkeit den an die Konstruktion gestellten Anforderungen genügt. Neben den Schweißnähten von Baustählen moderater Festigkeit, bspw. der Stahlsorte S355, werden hier auch die Schweißnähte hochfester Sorten (S460) überprüft. Der Vorteil hochfester Sorten gegenüber den herkömmlich verwendeten Stählen ergibt sich hierbei in der Möglichkeit einer Auslegungin geringeren Blechdicken. Die dadurch zustande kommende Materialersparnis kommt dabei einer schnelleren Prozessführung des EB-Schweißens zu Gute. Zusätzlich zur Prozessoptimierung kann somit EBSchweißnahtqualität erhöht werden. Neben der Verbesserung der Schweißnahtqualität wird zusätzlich die Dauer zur Herstellung der Gründungsstrukturen reduziert. Die von den Schweißnähten der verwendeten Stahlsorten gewährleisteten Zähigkeiten dienen als Anregung, die herkömmliche Auslegung der Gründungsstrukturen anhand einer historisch gewachsenen Mindestzähigkeit und einer festgelegten Materialdicke zu überdenken. So ist es auch aus ökonomischen Gründen essentiell für die zukünftige Konstruktion von Gründungsstrukturen in WEA, das EB-Schweißverfahren sowie hochfeste Stähle in den bestehenden deutschen sowie europäischen Richtlinien zu etablieren. Das IGF-Vorhaben 372 ZN der FOSTA-Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde am Institut für Eisenhüttenkunde, RWTH Aachen und dem Institut für Schweiß- und Fügetechnik, RWTH Aachen, durchgeführt.

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P 834 - Untersuchung von Schraubenverbindungen im Stahl- und Verbundbau zur Schaffung von Regeln für die numerische Bemessung des baulichen Brandschutzes im Hochbau Im vorliegenden Forschungsprojekt werden Anschlüsse im Stahl- und Verbundbau mit hochfesten Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 im Brandfall untersucht. Mit Einführung der Komponentenmethode ist es heute möglich, Gesamttragwerke bei Raumtemperatur unter Berücksichtigung des Anschlussverhaltens zu simulieren. Im Brandfall ist dies bislang nicht möglich, da zum einen eine Umsetzung der Komponentenmethode oder eines vergleichbaren numerischen Modells für den Brandfall fehlt und zum anderen bislang keine validierten Materialgesetze für hochfeste Schrauben im Brandfall zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund werden auf Basis von Versuchsreihen zunächst Materialkennwerte für hochfeste Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 während und nach einem Brand entwickelt. Darunter fällt sowohl die Untersuchung des reinen Schraubenmaterials mittels stationärer und instationärer Warmzugversuche als auch die Untersuchung von Schraubengarnituren in Zug- und Abscherversuchen. Bei letzteren hat neben dem Material auch die Schraubengeometrie einen großen Einfluss auf das Verhalten. Im Rahmen der Untersuchungen zeigt sich, dass die Schrauben im Temperaturbereich bis 420°C durch das übliche Gewindeabstreifen versagen. Im Temperaturbereich von 420°C bis 650°C versagen die Schrauben hingegen infolge eines Risses im Gewindegrund. Es kann gezeigt werden, dass dieser Riss auf flüssigmetallinduzierte Spannungsrisskorrosion (LME) zurückzuführen ist. Oberhalb von 650°C versagen die Schrauben infolge von Flankenbiegung. Als Ergebnis der Materialuntersuchungen stehen damit zukünftig validierte Materialkennwerte für die Modellierung von Schrauben innerhalb von Anschlusssimulationen zur Verfügung, welche die verschiedenen Versagensformen bei unterschiedlichen Temperaturen berücksichtigen. Zusätzlich werden thermische und mechanisch numerische Modelle entwickelt, mit denen das Verhalten von Kopfplattenund Fahnenblechanschlüssen im Stahl- und Verbundbau beschrieben werden kann. Die Modelle werden durch Brandversuche an zwei hochbauüblichen Anschlüssen validiert. Innerhalb der Versuche und der numerischen Modelle wird dabei ein Temperaturfeld berücksichtigt, welches auf der Einheits-Temperaturzeitkurve und einer typischen Brandschutzbeschichtung durch einen dämmschichtbildenden Anstrich basiert. Es werden ein Kopfplattenanschluss im Stahlbau und ein Fahnenblechanschluss im Verbundbau untersucht. Im Falle des Fahnenblechanschlusses wird bei Raumtemperatur davon ausgegangen, dass es sich um einen gelenkigen Anschluss handelt. Es wird gezeigt, dass sich eine Momententragfähigkeit im Brandfall einstellen kann, sofern dem vorzeitigen Versagen der durchlaufenden Bewehrung vorgebeugt wird. Für die beiden Anschlussarten werden schließlich auf Basis der Komponentenmethode vereinfachte Federmodelle entwickelt, mit denen Steifigkeit und Tragfähigkeit der Anschlüsse im Brandfall ermittelt werden können. Zusammenfassend ist es zukünftig möglich, auf Basis von validierten Schraubeneigenschaften mittels Finite-Elemente- oder Federmodellen das Verhalten von Anschlüssen im Brandfall zu beschreiben und in Tragwerksberechnungen zu berücksichtigen. Das IGF-Vorhaben 16586 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover vom Institut für Stahlbau und an der Technischen Universität Darmstadt vom Institut für Stahlbau und Werkstoffmechanik durchgeführt. Veröffentlichung: Juli 2014
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