
Räumlich aufgelöste Fachwerkkonstruktionen aus Stahlhohlprofilen finden aufgrund ihrer konstruktiven und gestalterischen Vorteile insbesondere im Brückenbau immer größeren Zuspruch. Der Bau von Brücken aus Hohlprofilen …
Räumlich aufgelöste Fachwerkkonstruktionen aus Stahlhohlprofilen finden aufgrund ihrer konstruktiven und gestalterischen Vorteile insbesondere im Brückenbau immer größeren Zuspruch. Der Bau von Brücken aus Hohlprofilen wird jedoch dadurch erschwert, dass die zum Einsatz kommenden Profilabmessungen außerhalb der aktuellen Bemessungsregeln liegen. Diese beruhen im Wesentlichen auf Versuchen mit kleineren Wanddicken sowie auf Forschungsergebnissen aus der Offshore-Industrie mit deutlich größeren Profilschlankheiten. Für eine verstärkte Anwendung der Bauweise und für eine effizientere Realisierung von Brückenbauwerken mit Stahlhohlprofilen, sind somit speziell auf diesen Bauwerkstyp zugeschnittene Bemessungsregeln erforderlich, die die Profile mit großer Wanddicke und geringer Schlankheit einschließen.
In einem ersten Forschungsprojekt zu dieser Problemstellung wurden bereits stumpf gestoßene, einseitig geschweißte Verbindungen sowie K-Knoten aus warmgewalzten nahtlosen Hohlprofilen und Bauteilen aus Stahlguss untersucht. In dem vorliegenden Forschungsprojekt wurden diese Arbeiten fortgesetzt und um weitere Werkstoffe bis zur Stahlsorte S690 und Wanddicken bis 40 mm ergänzt. Damit konnten die bereits gewonnenen bemessungsrelevanten Ergebnisse für Bauteile aus Stahlguss und deren Anschlüsse an Stahlhohlprofile auf eine breitere statistische Basis gestellt werden. Neben den Verbindungen aus Stahl und Stahlguss an einzelnen Stumpfstößen wurden auch Stumpfstöße in kompletten Trägern untersucht. Zusätzlich konnten Reparaturschweißungen an bereits versagten Bauteilen vorgenommen werden, die letztendlich eine Verlängerung der Lebensdauer ermöglichten. Aufgrund der vergleichbaren Werkstoffeigenschaften können die gewonnenen Ergebnisse auch auf reine Stahl-Stahl-Verbindungen übertragen werden. FE-Untersuchungen zum Wanddickeneinfluss und zum Versatz wurden ergänzend durchgeführt, ebenso wie detaillierte Eigenspannungsmessungen und Schweißsimulationen an K-Knoten. Abschließend konnte eine erste Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für die unterschiedlichen Konstruktionsvarianten vorgenommen werden. Die Diskussion der gestalterischen Wirkung und des Einflusses ingenieur-architektonischer Aspekte rundet die Gesamtbetrachtung ab und zeigtdem Anwender Möglichkeiten für eine kosteneffiziente Herangehensweise in der Planung. Für die praktische Anwendung und zur Umsetzung in Normen und Richtlinien wurden die untersuchten Details entsprechend des Kerbfallkatalogs der DIN EN 1993 aufbereitet und Kerbklassen für brückenbautypische Stumpfnahtdetails verschiedener Ausführungsvarianten sowohl für Biegebeanspruchung als auch für Zugbeanspruchung erarbeitet. Dabei hat sich für zugbeanspruchte Stumpfstöße die Kerbklasse 71 als maßgebend für alle Varianten herausgestellt. Bei Stößen unter Biegebeanspruchung kann die Einteilung je nach Ausführungsvariante in die Klassen 100 bzw. 112 erfolgen. Zusammen mit den durchgeführten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen kann so eine effiziente und versuchstechnisch abgesicherte Auswahl einer für den jeweiligen Anwendungsfall geeigneten Anschlussvariante vorgenommen werden. Die erzielten Ergebnisse runden damit die bisherigen Forschungsarbeiten ab und stellen eine für die Praxis inhaltlich notwendige Ergänzung dieser dar. Das Forschungsvorhaben wurde an der Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine, Karlsruher Institut für Technologie KIT, der KoRoH GmbH Kompetenzzentrum Rohre und Hohlprofile, dem Büro für Ingenieur-Architektur und dem ICOM Steel Structures, École Polytechnique Féderale de Lausanne EPFL mit fachlicher Begleitung und mit finanzieller Förderung durch die Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V., Düsseldorf, aus Mitteln der Stiftung Stahlanwendungsforschung, Essen, durchgeführt.

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P 811 - Werkstoff- und Fügetechnische Analyse und Optimierung eines Reformers für Brennstoffzellenanwendungen Das Hauptziel des Forschungsvorhabens war die Entwicklung einer robusten Brennkammer für den Einsatz in einem Reformerreaktor für Brennstoffzellenanwendungen. Um dieses Ziel erreichen zu können, war es notwendig, Betriebsbedingungen und Schadensfälle von Reformerreaktoren zu analysieren sowie entsprechende Untersuchungen bzgl. möglicher Füge- und Beschichtungstechniken durchzuführen. Innerhalb des Projekts sollte ermittelt werden, mit welchen Kombinationen ausgewählter Werkstoffe, Beschichtungen und Fügetechniken eine maximale Robustheit unter den geforderten Betriebsbedingungen erzielt werden kann. Diesbezüglich wurde auch der Einfluss der Bauteilgeometrie untersucht. Die Analyse der Betriebsbedingungen ergab grundsätzlich drei Belastungsarten: Hochtemperaturbelastung (Kriechen), thermozyklische Belastung (Ermüdung) und chemische Belastung (Korrosion). Die Untersuchungen zeigten deutlich, dass insbesondere die brennerseitige Atmosphäre sehr aggressiv auf das Brennkammermaterial einwirkt. Im weiteren Projektverlauf wurden zahlreiche Zugversuchsproben entsprechend einer Matrix aus verschiedenen Grundmaterialien, Fügeverfahren und Beschichtungsarten angefertigt. Die Hälfte dieser Proben wurde zusätzlich einem 1.000-stündigen, thermozyklischen Auslagerungsversuch unter Korrosionsbedingungen unterzogen. Anschließend lieferte ein Zugversuch für jede Probe eine Aussage über die verbliebene Materialfestigkeit. Auf diese Weise konnten geeignete und ungeeignete Kombinationen bestimmt und auch eine mögliche Schädigung durch das Fügen und Beschichten selbst untersucht werden. Um den Geometrieeinfluss zu untersuchen, wurden mit Hilfe realer Temperaturmessdaten in einer Computersimulation die Wärmespannungen in der Brennkammer sichtbar gemacht. Es bestätigten sich die durch Experimente bekannten Schwachstellen an derursprünglichen Geometrie durch hohe Wärmespannungskonzentrationen. Durch entsprechende Variation der Brennkammerform konnten diese Spannungen deutlich minimiert werden. Den finalen Projektabschnitt leitete der Neubau des Reformerreaktors unter Berücksichtigung der im Projektverlauf gewonnenen Erkenntnisse ein. Eine geeignete Material-Beschichtungskombination stellte der Werkstoff 1.4958 mit einer speziell entwickelten Aluminium-Diffusionsschicht dar. Das Laserschweißverfahren erwies sich als das geeignete Fügeverfahren. Für eine optimale Bauteilgeometrie hat sich beim Brennkammerdeckel eine Wölbung und ein Übergangsradius zur Mantelfläche als wesentliche konstruktive Änderung herausgestellt. Abschließend wurde der neue Reaktor einem 1.000-stündigen thermozyklischen Test unter realen Betriebsbedingungen unterzogen und später auf Schädigungen untersucht. Das Ziel des Vorhabens wurde erreicht. Es konnten die grundsätzlichen spezifischen Schädigungsmechanismen ermittelt und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen aufgezeigt werden. Die Nachuntersuchungen der optimierten Brennkammer nach dem Dauertest zeigte sowohl die generelle Haltbarkeit und Wirksamkeit der Diffusionsschicht, als aber auch die noch zu verbes-sernde Schutzwirkung gerade in der hochbelasteten Brennkammerdeckelmitte. Trotz dieses Verbesserungpotentials war innerhalb des Grundmaterials und im Einflussbereich der Schweißnaht keine tiefergehende Schädigung feststellbar, was als großer Erfolg zu werten ist. Eine Lebensdauerabschätzung über den 1.000-stündigen Zyklentest hinaus konnte in diesem Projekt nicht getroffen werden. Dafür wäre zukünftig die transiente Simulation der auftretenden Wärmespannungen bei Aufheiz-und Abkühlvorgängen erforderlich. Außerdem müssen zusätzliche Erkenntnisse über das Langzeitfestigkeitsverhalten der gefügten Werkstoff-Beschichtungssysteme unter der spezifischen Belas-tungskombination erarbeitet werden. Die wirtschaftliche Betrachtung dieser Beschichtungssysteme im Vergleich zu z.B. Nickelbasiswerkstoffen stellt eine weitere Aufgabe dar. Das IGF-Vorhaben 16118 BG der FOSTA –Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde am Zentrum für Brennstoffzellen Technik gGmbH, Duisburg, am Günther-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH, Jena, und durch die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., Frankfurt/Main, durchgeführt. Autoren: A. Heinzel, O. Pasdag, M. Steffen, E. Firat, S. Sändig, T. Ebersbach, M. Schütze, A. Naji Veröffentlichung: 2013
jederzeit verfügbar
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P 810 - Kleben von formgehärteten Bauteilen Veröffentlichung: 2013 Autoren: Prof. Dr.-Ing. K. Dilger, Dipl.-Ing. S. Kreling
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