
Das vorliegende Forschungsvorhaben hatte die Ableitung realistischer Sicherheitsfaktoren für den Festigkeitsnachweis unbefeuerter Druckbehälter aus hochfesten Stählen als Zielstellung. Dazu wurde eine reproduzierbare …
Das vorliegende Forschungsvorhaben hatte die Ableitung realistischer Sicherheitsfaktoren für den Festigkeitsnachweis unbefeuerter Druckbehälter aus hochfesten Stählen als Zielstellung. Dazu wurde eine reproduzierbare Methodik zur Bestimmung von realistischen Sicherheitsfaktoren entwickelt, die auf probabilistischen Ansätzen beruht und die duktile Rissinitiierung sowie die plastische Instabilität als Grenzzustände betrachtet. Mit Hilfe von Schädigungskurven wurden Grenzzustandsanalysen an Modelldruckbehältern durchgeführt, welche die lokale, zur duktilen Rissinitiierung führende plastische Vergleichsdehnung als Funktion der Spannungsmehrachsigkeit beschreiben.
Im Rahmen von werkstoffmechanischen Untersuchungen wurde weiterhin eine Vorgehensweise entwickelt, mit deren Hilfe sich der Streubereich dieser Schädigungskurven für eine Werkstoffsorte ableiten lässt. Als wesentliche Parameter fließen in die Ableitung dieser Streubereiche die von der Norm geforderten Mindestkerbschlagarbeitswerte bei Raumtemperatur sowie die erfahrungsbasiert geschätzten höchsten Kerbschlagarbeitswerte ein. Es konnte gezeigt werden, dass sich alle bestimmten Schädigungskurven (auch die der Schweißverbindungen) in die identifizierten Streubereiche eingliedern. Auf Grundlage der Ergebnisse strukturmechanischer Berechnungen in Verbindung mit validierten Schädigungskurven wurden Sicherheitsbeiwerte für die Auslegung von unbefeuerten Druckbehältern unter Innendruck abgeleitet. Zu diesem Zweck wurden Modelldruckbehälter mit unterschiedlichen repräsentativen Details ausgewählt und unter dem Lastfall „Innendruck“ untersucht. Dazu wurden die Behälter zunächst nach den aktuell gültigen Normen unter Verwendung von Formeln (DBF) und durch Analyseverfahren (DBA) für die ausgewählten Untersuchungswerkstoffe in den ausgesuchten Werkstoffdicken ausgelegt. Im Anschluss erfolgte die Untersuchung des Versagensverhaltens der Modelldruckbehälter durch die Durchführung numerischer Berechnungen unter Berücksichtigung geometrischer und werkstofflicher Nichtlinearitäten mit durch die Werkstoffmechanik bestimmten und validierten Schädigungskurven und die Identifizierung maßgebender Details sowie ihrer Versagensstellen. Die auf diese Weise bestimmten elastischen Grenzdrücke pe, Berstdrücke pmax und Drücke bei duktilerRissinitiierung pi wurden als Ergebnisse virtueller Experimente angesehen, da mit Hilfe der Schädigungskurven das Versagen des Druckbehälters im Hinblick auf eine duktile Rissinitiierung vorhergesagt werden kann. Auf dieser Datenbasis erfolgte im letzten Schritt die Ableitung von Sicherheitsbeiwerten nach Anhang D der EN 1990 unter Zugrundelegung von Auslegungsformeln für den Lastfall „Innendruck“. Die ermittelten Sicherheitsbeiwerte zeigen, dass in den bisherigen Festlegungen die festigkeitsabhängigen Besonderheiten und das tatsächliche Versagen des Behälters nicht ausreichend berücksichtigt wurden und dass die Zugfestigkeit mit einem zu hohen Sicherheitsbeiwert beaufschlagt wird. Das Forschungsvorhaben wurde vom Institut für Eisenhüttenkunde und vom Institut für Stahlbau und Lehrstuhl für Stahlbau und Leichtmetallbau der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen, sowie dem Ingenieurbüro für Werkstofftechnik, Aachen mit fachlicher Begleitung und mit finanzieller Förderung durch die Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V., Düsseldorf, aus Mitteln der Stiftung Stahlanwendungsforschung, Essen, durchgeführt.

Zahlung per Karte (Stripe) oder auf Rechnung (DE, AT, CH). Download-Link per E-Mail: bei Karte automatisch nach der Bestellung, bei Rechnung nach Freigabe der Bestellung (30 Tage gültig). AGB
Digitaler Download
Weitere Teile und Ausgaben sowie benachbarte Dokumente derselben Reihe.

P 757 - Stahlleichtverbund - Bauweise Entwicklung, Optimierung und wirtschaftlicher Einsatz im Bauwesen Stahlverbundkonstruktionen lassen sich im Bauwesen technisch und wirtschaftlich sinnvoll einsetzen. Innovative Lösungen tragen dazu bei, weitere Marktanteile im Bereich des Geschoss- und Brückenbaus zu gewinnen. Eine Optimierung und Weiterentwicklung dieser Bauweise ist daher zielführend. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sind Stahlleichtverbundmodule für Geschossdecken aus (ultra-) hochfesten Werkstoffen entwickelt worden, die bei einer geringen Bauhöhe sehr große Spannweiten stützenfrei überbrücken können. Der Einsatz (ultra-) hochfester Werkstoffe erfordert eine extrem tragfähige Verbundfuge. Klassische Kopfbolzendübel eignen sich nur bedingt für diese Aufgabe, so dass auf Puzzleleisten als innovatives Verbundmittel zurückgegriffen wurde. Als besonders effizient hat sich die Ausführung der Stahlträger als Wabenträgern erwiesen. Schon beim Zuschnitt der Wabenträger kann die Puzzleleiste in das Stegblech geschnitten werden, wodurch sich weitere Arbeitsschritte für die Realisierung der Verbundsicherung erübrigen. Zudem können die Stegblechöffnungen sehr effizient zur Verlegung der technischen Gebäudeausrüstung genutzt werden, was Konstruktionshöhe einspart. Das Trag- und Verformungsverhalten der Verbundfuge wurde in umfangreichen experimentellen Untersuchungen analysiert und die Anwendbarkeit der in der Literatur vorhandenen Bemessungsmodelle überprüft. Es konnte gezeigt werden, dass das für Anwendungen bei größeren Bauteilabmessungen entwickelte Bemessungsmodell die Tragfähigkeit der Verbundfuge in guter Übereinstimmung wiedergibt. Die dynamischen Eigenschaften und das Trag- und Verformungsverhalten der Stahlleichtverbundmodule wurden in numerischen Berechnungen untersucht und ein Bemessungskonzept für die Nachweisführung erarbeitet. Die Ergebnisse der FE - Analysen sind zusätzlich in Großbauteilversuchen verifiziert worden. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einsatz von Walzprofilen aus S355 und S460 zu wirtschaftlichen Konstruktionen führt. In Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen auf Basis der Herstell- und Montagekosten sind die Stahlleichtverbund-module mit konventionellen Ortbetonlösungen an einem Referenzgebäude verglichen worden. Die hohen Materialkosten für den ultrahochfesten Beton sind im Wesentlichen preisbestimmend für die Stahlleichtverbundelemente. Es wurden Einsparpotentiale aufgezeigt und konzeptionelle Vorschläge für eine weitere Steigerung der Effizienz und Wirtschaftlichkeit vorgestellt. Das Forschungsvorhaben wurde vom Lehrstuhl Stahlbau der Technischen Universität Dortmund mit fachlicher Begleitung und mit finanzieller Förderung durch die Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V., Düsseldorf, aus Mitteln der Stiftung Stahlanwendungsforschung, Essen, durchgeführt. Autoren: G. Seidl, M. Stambuk, D. Ungermann, S. Schneider Veröffentlichung: 2014
jederzeit verfügbar
30,00 €
exkl. MwSt.

P 753 - Entwicklung eines modularen Bausystems in Stahlleichtbauweise Gebäude aus unterschiedlichen Komponenten zusammenfügen und wie Autos fertigen, mit hoher Präzision und eigener Ästhetik? Im Rahmen des Forschungsvorhabens P 753 wurde diese Zukunftsvision Realität. Entwickelt wurde ein modulares Bausystem in Stahl- Leichtbauweise, dass die Vorteile der seriellen Vorfertigung mit den Ansprüchen an eine zeitgemäße Architektur in vielfältigen Variationen verbindet. Der Geschossbau in Deutschland ist in der Regel geprägt durch konventionelle Bauweisen mit den bekannten Nachteilen: Viele Gewerke und Schnittstellen, witterungsabhängige Fertigung in Nassbauweise und aufwändige Baustellenlogistik machen das Bauen langwierig und teuer. Sinnvoll ist es daher, Planungsaufwand und Einsatz von Material zu optimieren und industrielle Produktions-methoden, ähnlich denen in der Automobilindustrie, zu adaptieren. Aus den entwickelten, in der Werkstatt vorgefertigten Bauelementen in Stahl-Leichtbauweise, können Gebäude modular mit bis zu sechs Geschossen zusammengefügt werden. Das Baukastensystem ist universell einsetzbar für unterschiedliche Nutzungen wie Büros, Werkstätten, Schulen, Krankenhäuser, Hotels und Wohnheime. Die Idee beruht auf dem seit Jahrhunderten eingesetzten Prinzip der Reihung gleicher Grundelemente in der urbanen Architektur. Dieses Gestaltungsmuster bildet auch heute noch die Basis für eine zeitgemäße Baukunst. Bei der entwickelten Komponentenbauweise handelt es sich um ein integriertes System ohne Trennung von Tragwerk und Gebäudehülle, das prinzipiell nur aus zwei Elementen besteht. Wandpfeiler mit einem Standardmaß von 3,00 x 1,25 Meter bilden im Wechsel mit Öffnungen den äußeren Raumabschluss und gliedern den Innenraum in flexible Einheiten. Deckenplatten mit Maßen von 5,00 x 2,50 Meter bis 7,50 x 2,50 Meter werden über Bolzenverbindungen an die Wandelemente angeschlossen. Entsprechend den städtebaulichen und funktionalen nforderungen können die Fenster- und Fassadenelemente in vielfältiger Form gestaltet werden. Wand- und Deckenelemente werden als umlaufende Rahmenkonstruktion aus 10 Millimeter dicken, gekanteten Stahlblechen gefertigt, in die Stahltrapezprofile eingelegt werden. Um die statisch erwünschte, kraftübertragende Scheibenwirkung zu erzielen, werden die Rahmenelemente mit den Trapezprofilen sowie an Ober- und Unterseite mit 2 Millimeter dicken Blechtafeln zu einem Kasten geschlossen und verschweißt. Die Gesamtdicke der Bauteile, die in der Werkstatt witterungsunabhängig nach Bedarf vorgefertigt werden können, beträgt 150 bis 200 Millimeter. Alle tragenden Wand- und Deckenelemente erhalten eine allseitige Brandschutzverkleidung. Im Rahmen des Projekts wurden von den beteiligten Forschungsstellen bauphysikalische Detaillösungen zu sommerlichem und winterlichem Wärmeschutz, Luftdichtheit und Schallschutz erarbeitet. Damit ist das modulare Bausystem für den universellen Einsatz geeignet und interessant für Stahlbauunternehmen und Investoren, die das System in die Praxis umsetzen wollen. Durch die Straffung der Planungs- und Ausführungsprozesse, die modulare Vorfertigung standardisierter Bauteile und den für die Stahl-Leichtbauweise üblichen schnellen Bauablauf lassen sich wirtschaftliche Vorteile gegenüber konventionellen Bauweisen erzielen. Mit dem Einsatz energieeffizient hergestellter, dünnwandiger Wand- und Deckenelemente mit geringem Gewicht und hoher Tragfähigkeit sowie dem hohen Recyclingpotenzial des Baustoffs Stahl leistet das modulare Bausystem einen innovativen Beitrag zum nachhaltigen Bauen in der modernen Architektur. Das Forschungsprojekt wurde von ASP Architekten Schneider Meyer Partner, Drewes + Speth Beratende Ingenieure im Bauwesen, Prof. Dr.-Ing. Bohne Ingenieure GmbH und Prof. Michael Lange Ingenieuregesellschaft mbH mit fachlicher Begleitung und mit finanzieller Förderung durch die Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V., Düsseldorf, aus Mitteln der Stiftung Stahlanwendungsforschung, Essen, durchgeführt. Autoren: W. Schneider, W. Meyer, P. Kahl, H. Fliess, H. Drewes, M. Speth, A. Claußen, D. Bohne, J. Schurr, M. Lange, J. Düker, R. Lorenz, A. Kolbaske, R. Hass, W. Schneider Veröffentlichung: 2012
jederzeit verfügbar
30,00 €
exkl. MwSt.

P 751 - Bestimmung der Tragfähigkeit von geschweißten T-Knoten aus kaltgeformten Hohlprofilen mit dreiecksförmigen Querschnitten Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wird das Tragverhalten von T-Knoten mit Gurten aus dreieckigen Hohlprofilen und Streben aus rechteckigen (RHP) sowie dreieckigen Hohlprofilen untersucht. Neben der Knotentragfähigkeit werden auch architektonische und ökonomische Aspekte betrachtet. Triangular Hollow Sections (THS) sind neu entwickelte Querschnitte, bei denen Erkenntnisse zum Tragverhalten bislang ledigarelich auf sogenannten „Bird Beak“- und „Diamond Bird Beak“-Knoten aufgebaut werden konnten. Diese weisen zwar eine geometrische Ähnlichkeit auf, das Gurtprofil ist jedoch kein dreieckiges, sondern ein um 45° um die Längsachse gedrehtes, quadratisches Hohlprofil. Auf Grundlage experimenteller und numerischer Untersuchungen, die in den 90-iger Jahren zu diesen Knotenformen durchgeführt wurden und auf Basis der Vorgehensweise, die zu den Bemessungsvorschriften der DIN EN 1993-1-8 von T-Knoten aus Rechteckhohlprofilen geführt haben, werden die experimentellen, numerischen und analytischen Untersuchungen für die neuartigen THS T-Knoten festgelegt. Ein numerisches Modell für THS T-Knoten wird für die Parameterstudien erarbeitet und anhand von Vorversuchen sowie mit Hilfe von experimentellen Untersuchungen von Hohlprofilknoten aus RHP validiert. Basierend auf diesem Modell wird anschließend eine Parameterstudie durchgeführt. Mit den numerischen Untersuchungen werden zum einen die maximalen Knotenwiderstände und zum anderen Knotenwiderstände basierend auf einem Deformationskriterium ermittelt. Das für Hohlprofilknoten allgemein anerkannte Deformationskriterium, welches den Knotenwiderstand bei einer maximalen Eindrückung von 3% der Gurtbreite b0 oder des -durchmessers d0 begrenzt, ist bei T-Knoten aus THS Gurten nicht anwendbar. Daher werden die numerischen Ergebnisse zusätzlich auf ein sinnvolles Deformationskriterium hin untersucht und schließlich eine maximale Eindrückung von 1% der Gurtprofilbreite b0 als Deformationskriterium vorgeschlagen. Für T-Knoten mit THS Gurten und RHP Streben werden zwei analytische Modelle angegeben. Für Streben, deren Flansche parallel zur Gurtlängsachse angeordnet sind, wird der Knotenwiderstand mit einem Fließlinienmodell ermittelt. Für Knoten mit um 45° um die Strebenlängsachse gedrehte Streben erfolgt die Ermittlung des Knotenwiderstands auf Grundlage eines Modells der mitwirkenden Breite, welches ebenfalls in DIN EN 1993-1-8 angewendet wird. Zusätzlich erfolgt ein Vergleich der numerisch und der analytisch ermittelten Knotenwiderstände. Neben den numerischen und den analytischen Untersuchungen werden auch experimentelle Untersuchungen durchgeführt. Diese werden hinsichtlich des Knotenwiderstands, der Verformungen und der beobachteten Versagensmodi ausgewertet. Um die ästhetischen sowie die wirtschaftlichen Aspekte von Tragwerken aus dreieckigen Hohlprofilquerschnitten zu untersuchen, werden Hallentragwerke mit zwei verschiedenen Fachwerkträgern und einem Vierendeel-System detailliert betrachtet. Die Bemessung erfolgt für Querschnitte aus Baustahl S355 als auch aus einem höherfesten Stahl S460. Auf Grundlage dieser Bemessungen wird die Wirtschaftlichkeit anhand der drei Kostenkategorien Materialverbrauch, Schweiß- und Zuschnittarbeiten evaluiert. Es zeigt sich, dass die Verwendung von THS-Profilen wirtschaftliche Vorteile bringen kann. Das IGF-Vorhaben 15379 N der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das Vorhaben wurde an der Technischen Universität Dortmund vom Lehrstuhl Stahlbau, am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine und an der Technischen Universität Dortmund vom Lehrstuhl für Entwerfen und Industriebau durchgeführt. Autoren: D. Ungermann, B. Brune, P. Dissel, S. Herion, O. Fleischer, W.A. Noebel, O. Schmidt Veröffentlichung: 2014
jederzeit verfügbar
40,00 €
exkl. MwSt.
Zahlung per Karte (Stripe) oder auf Rechnung (DE, AT, CH). Download-Link per E-Mail: bei Karte automatisch nach der Bestellung, bei Rechnung nach Freigabe der Bestellung (30 Tage gültig). AGB