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P 628 - Herstellung von Stahlfahrbahnen in Sandwichbauweise mit verringertem Schweißaufwand

Bei richtiger Konstruktion und Fertigung stellen orthotrope Platten für den Brückenbau optimale Fahrbahnlösungen mit längster Lebensdauer dar. Durch den erhöhten Schweißaufwand wird jedoch auch immer wieder die Frage …

Inhalt

Autoren
M. Feldmann, G. Sedlacek, S. Möller, A. Geßler, D. Ungermann, J. Kalameya
Veröffentlichung
2010

Bei richtiger Konstruktion und Fertigung stellen orthotrope Platten für den Brückenbau optimale Fahrbahnlösungen mit längster Lebensdauer dar. Durch den erhöhten Schweißaufwand wird jedoch auch immer wieder die Frage nach alternativen stählernen Lösungen gestellt. Hier bietet sich eine Stahl-Polymer-Sandwich Konstruktion an, die im Schiffbau bereits erfolgreich zum Einsatz kommt. Das Sandwich Plate System (SPS) besteht aus einem Ober- und Unterblech mit einer dichten Elastomer-Kernschicht, die einen schubfesten Verbund garantiert. Erstanwendungen dieses Sandwichs im Brückenbau wurden bei der Substitution geschweißter Fahrbahnelemente für zerlegbare D-Brückensysteme und als vorgefertigte Fahrbahnelemente für permanente Brücken kleinerer Spannweite durchgeführt.

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Zusätzlich sind auch Anwendungen zur dauerhaften Verstärkung bestehender orthotroper Platten interessant: In dem sogenannten SPS-Overlay-Verfahren wird auf das vorhandene Fahrbahnblech mit 2-3 cm Abstand ein zweites Deckblech aufgesetzt und der Hohlraum mit Elastomer verfüllt. Damit wird die für die Ermüdung kritische Deckblechbiegung herkömmlicher orthotroper Platten erheblich reduziert. Gegenstand des vorliegenden Berichtes ist eine Erweiterung des SPS-Konstruktionsprinzips auf Hohlplatten größerer Bauhöhe für Brückenfahrbahnen mit hohen Verkehrslasten. Die Hohlräume werden dabei durch eingelegte Profile in runder, quadratischer oder dreieckiger Form erzeugt und nur der Raum zwischen den Profilen und den Deckblechen wird mit dem Elastomer verfüllt. Diese Bauweise verspricht größere Spannweiten der Fahrbahnplatten und, vor allem bei Querorientierung der Profile, die Möglichkeit der Vorfertigung in ganzer Fahrbahnbreite mit leicht zu schließenden Querfugen. Der Bericht geht im Einzelnen auf die Werkstoffeigenschaften und Grenzzustandsbeschreibungen für die verschiedenen Komponenten der SPS-Hohlplatte ein und liefert darauf aufbauend ein vollständiges Berechnungsverfahren. Erste Proberechnungen zeigen, dass insbesondere die Lösung mit runden Hohlprofilen im Sandwichkern sehr günstige Eigenschaften erzeugt. Die Zuverlässigkeit des Berechnungsverfahrens konnte durch Messungen an Musterbauteilen überprüft werden.

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    P 620 - Effizienter Stahlbau aus höherfesten Stählen unter Ermüdungsbeanspruchung Die Bewertung der Ermüdungsfestigkeit von Schweißverbindungen beschränkt sich in den derzeitigen Normen im Brückenbau lediglich auf den Kerbfall sowie die  Spannungsschwingbreite und ist unabhängig von der Streckgrenze. Die Anwendung von höherfesten Stählen in Schweißkonstruktionen bringt somit bei hohen  Ermüdungsbeanspruchungen vielfach keine Vorteile. Insbesondere durch die Anwendung der Verfahren der Schweißnahtnachbehandlung besteht die Möglichkeit die  Ermüdungsfestigkeit von Schweißkonstruktionen, speziell aus höherfesten Stählen, wirkungsvoll zu verbessern. Im Bauwesen ist der Einsatz der Verfahren der  Schweißnahtnachbehandlung allerdings noch sehr begrenzt, da die gegenwärtig gültigen Normen sowie die zukünftigen europäischen Normen bisher keine Möglichkeit bieten, die Vorteile dieser Verfahren bei der Tragwerksbemessung auszunutzen. Der Schwerpunkt dieses Forschungsvorhabens liegt bei der Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit von Schweißverbindungen aus höherfesten Stählen durch die Anwendung von Schweißnahtnachbehandlungsverfahren. Im Rahmen einer Parameterstudie im Straßenverbundbrückenbau konnte aufgezeigt werden, dass eine effektive Anwendung von höherfesten Stählen durch den lokal begrenzten Einsatz von Nachbehandlungsverfahren an kritischen Konstruktionsdetails erreicht werden kann. Im Rahme dieses Forschungsvorhabens kamen die Nachbehandlungsverfahren WIG Aufschmelzen sowie das bisher noch wenig bekannte Nachbehandlungsverfahren „Ultrasonic Impact Treatment" (UIT) zur Anwendung. Durch umfangreiche experimentelle Untersuchungen an Klein- und Großprüfkörpern konnte am Konstruktionsdetail der aufgeschweißten Quersteife die Wirksamkeit beider Verfahren zur Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit nachgewiesen werden. Dabei stellte sich bei der höherfesten Stahlsorte S690 das UIT-Verfahren als effektiver heraus. Die Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit war dabei teilweise so hoch, dass sich die Bruchausgangsstellen ins Grundmaterial verlagerten. In experimentellen Untersuchungen an Trägern konnte im Weiteren die Effektivität der UIT-Behandlung auch in Bauteilen und bei hohen Mittelspannungen nachgewiesen werden. Auf Grundlage einer systematischen Auswertung bereits vorhandener Versuchsreihen konnten die bestehenden Regelungen zur Beurteilung der Ermüdungssicherheit für das im Schweißzustand belassene Konstruktionsdetail der Quersteife sowie die bestehenden Empfehlungen für die Anwendung des Nachbehandlungsverfahrens WIGAufschmelzen bestätigt werden. Darüber hinaus konnte auf Basis der eigenen experimentellen und numerischen Untersuchungen ein Bemessungsvorschlag nach dem Nennspannungskonzept für die Anwendung des UIT-Verfahrens am Konstruktionsdetail der Quersteife abgeleitet werden. Durch die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens besteht die Möglichkeit höherfeste Baustähle in ermüdungsbeanspruchten Schweißkonstruktionen mittels einer lokal begrenzten Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit an kritischen Konstruktionsdetails effektiv und wirtschaftlich einzusetzen. Dadurch ergibt sich eine deutliche Verbesserung der Marktchancen des Stahlbaus gegenüber anderen Bauweisen. FORSCHUNGSVEREINIGUNG STAHLANWENDUNG e.V. Veröffentlichung: 2006 Autoren: Prof. Dr.-Ing. U. Kuhlmann, Dr.-Ing. A. Dürr, Prof. Dr.-Ing. J. Bergmann

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