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Im IGF-Vorhaben „StAluPro“ wurde eine werkstoff-, modell- und prozessbasierte Schweißtechnologie zum Fügen von Stahlblechen mit Aluminiumhohlprofilen mittels einseitig koaxialer, konduktiver Erwärmung entwickelt und bewertet. Zentrale Zielstellung war es, den Zusammenhang zwischen Bauteilverformung, Kontaktierung und Stromverteilung zu verstehen, das Temperatur-Zeit-Regime gezielt zur Beherrschung der Diffusion und intermetallischer Phasenbildung einzustellen sowie daraus anwendungsnahe Prozessrichtlinien abzuleiten. Auf Basis einer systematischen Versuchsplanung wurden Prozessfenster für die Blech/Hohlprofil-Konfiguration ermittelt und Qualitätskriterien (u. a. Mindesttrennkraft, Spritzerneigung, Anlegieren, Riss-/Tropfenbildung) definiert, um Parameterbereiche einzugrenzen.
Ergänzend wurden mechanische und optische Messmethoden (Weg- /Verformungsmessung, Kraft-/Bewegungsanalyse, Metallographie, Härtemapping) mit modellbasierten Ansätzen gekoppelt, um das Prozessgeschehen (Kontaktpressung, Stromdichte-/Temperaturgradienten) konsistent zu interpretieren. Die Simulation und experimentelle Validierung zeigen, dass Stromverteilung und Kontaktbedingungen, maßgeblich beeinflusst durch Elektrodenkraft, Kraftverhältnis, und Werkstoffeigenschaften sowohl die Ausbildung der Schweißlinse und intermetallischer Phasen als auch die tribologischen/thermomechanischen Belastungen der Elektroden bestimmen. Die Simulation der Ausildung der intermetallischen Phasen wurde mit dem kommerziellen Programm COMSOL Multiphysics® ausgeführt. Die vorhergesagte Größenordnung des Phasensaums stimmte mit den experimentell Bestimmten überein. Eine deutliche Verfeinerung des Ansatzes ist in Zukunft nötig. Darauf aufbauend wurde der Elektrodenverschleiß bis 500 Schweißungen unter Variation der Kraftverhältnisse untersucht. Es zeigte sich ein deutlich höherer Verschleiß der äußeren Kreisringelektrode und eine starke Abhängigkeit von der Gesamtkraft. Im Rahmen einer Störgrößenanalyse wurden wesentliche Randbedingungen (u. a. Blechdicke, Stahlwerkstoff inkl. Zinküberzug, Hohlprofilgeometrie sowie Punktschweißkleben mit SikaPower® 493) hinsichtlich Prozessstabilität und Verbindungsqualität bewertet. Für das Punktschweißkleben wurde herausgearbeitet, dass eine Aussparung der Fügezone für einen stabilen Stromfluss zwingend erforderlich ist und ein ausreichender Abstand zur Schweißlinse wegen möglicher thermischer Klebstoffzersetzung einzuhalten ist. Abschließend wurde die Übertragbarkeit der Erkenntnisse an industrierelevanten Demonstratorbauteilen gezeigt.

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P 1438 - Entwicklung und Erprobung eines Modellrahmens zur prädiktiven Aufklärung von erosivem Verschleiß in pneumatischen Förderungen Im Rahmen des durchgeführten Forschungsprojekts wurde der Verschleiß in pneumatischen Förderungen mittels numerischer und experimenteller Untersuchungen sowohl auf der mikroskopischen Längenskala einzelner Partikelaufprallereignisse als auch auf der makroskopischen Skala von Rohrkrümmern untersucht. Dabei wurden insgesamt vier Stahlsorten - drei nichtrostende Stähle und ein Baustahl - sowie ein Kunststoff hinsichtlich ihrer Verschleißbeständigkeit im Kontakt mit runden und kantigen Schüttgutpartikeln experimentell in unterschiedlichen Verschleißsituationen untersucht. Hierdurch konnten einerseits die Werkstoffe hinsichtlich ihrer Verschleißbeständigkeit in unterschiedlichen Anwendungsfällen beurteilt werden und andererseits der signifikante Einfluss der Form der Schüttgutpartikel herausgearbeitet werden. Die Relevanz der Partikelform für den erosiven Verschleiß wurde durch detaillierte numerische Simulationen mittels SPH bestätigt. Basierend auf den Simulationsergebnissen ist es gelungen ein etabliertes, analytisches Erosionsmodell, welches den Verschleiß pro Aufprall quantifiziert, um zwei Parameter zu erweitern, welche die Partikelform kennzeichnen. Hiermit wurde ein Modell geschaffen, welches sich sowohl für schnelle Abschätzungen des Verschleißverhaltens eines bestimmten Schüttguts eignet als auch direkt in CFD-DEM-Simulationen zur Prozessanalyse integriert werden kann. Zum Erhalt von Kontaktparametern für CFD-DEM-Simulationen wurden Experimente zur Charakterisierung der verwendeten Partikel durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise Größen der Partikel-Partikel- und Partikel-Wand-Kontakte, mit Hilfe derer im späteren Verlauf Kontaktphänomene der zu untersuchenden Materialien valide dargestellt werden konnten. Weiterhin konnte mit Hilfe von experimentellen Untersuchungen gezeigt werden, dass typische Verschleißbilder an Lackschichten erzeugt werden können und dabei reproduzierbar sind. Zusätzlich wurden Methoden zur Vermessung untersucht, mit welchen eine schnelle und einfache Auswertung möglich sein soll. Die Methode zeigt neue Möglichkeiten auf, um materialschonende Verschleißuntersuchungen innerhalb kürzester Zeit zu realisieren oder dabei nicht zwingend spezielle Messtechnik zu brauchen. Die Durchführung einer Validierungssimulation mittels CFD-DEM zeigte, dass experimentelle Ergebnisse mit einer hohen Übereinstimmung reproduziert werden konnten, was die Möglichkeit eröffnet, System- und Prozessparameter zu variieren und die Einflüsse auf den Verschleiß zu untersuchen. Zu diesen Parametern gehören, neben der Variation von Geschwindigkeiten und Massenbeladungen, auch der Einsatz verschiedener verschleißmindernder Rohrkrümmergeometrien und deren Einfluss auf Verschleißraten, den Druckverlust und die Partikelbeanspruchung. Damit wurde gezeigt, dass je nach Anwendungsfall signifikant Verschleißraten reduziert werden können, ohne den Druckverlust dabei überproportional ansteigen zu lassen. Das Ziel des Forschungsvorhabens wurde erreicht. Veröffentlichung: August 2022 Autoren: Prof. Dr.-Ing. H. Kruggel-Emden, M. Sc. E. Drescher, Dr. C. Bierwisch, Dr. Sh. Mohseni-Mofidi
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P 1427 - Lebensdauerprognose für Stahlklebverbindungen bei multiaxialer Belastung mit Phasenverschiebung, veränderlicher Mittelspannung und variablen Amplituden Das Vorhaben P 1427 / IGF-Nr. 21112 N „Lebensdauerprognose für Stahlklebverbindungen bei multiaxialer Belastung mit Phasenverschiebung, veränderlicher Mittelspannung und variablen Amplituden LAMbdA“ hat zum Ziel, die Lebensdauer unter diesen komplexen Belastungen effizient und zuverlässig abschätzen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Klebverbindungen mit Stahlsubstraten und zwei strukturellen Klebstoffsystemen auf Epoxidbasis untersucht: SikaPower 480 (EP1, unmodifiertes System) und Betamate 1496 V (EP2, zähmodifiziertes System). Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Untersuchungen fanden bei Raumtemperatur statt. Zur Charakterisierung des Ermüdungsverhaltens der Strukturklebstoffe wurden Grundversuche an stumpf geklebten Doppelrohrproben unter zyklischer reiner Zug-, reiner Torsionsund mehrachsiger Belastung (Zug-Torsion) durchgeführt. Zur Validierung der Prognoseansätze wurden Ermüdungsversuche an geklebten Proben mit inhomogenem Spannungszustand in der Klebschicht vorgenommen. Als repräsentative Proben wurden ausgewählt: die Flansch-Rundstabprobe (EP1) und die L-Probe (EP2) bei konstanter Amplitude sowie die Napfprobe (EP1, EP2) bei variabler Amplitude. Bei konstanter Amplitude haben Grund- und Validierungsversuche gezeigt, dass (i) die Lebensdauer mit zunehmender Mittelspannung abnimmt und (ii) die Variation der Phasenverschiebung die Lebensdauer nicht signifikant beeinflusst. Bei der variablen Amplitude hatten jedoch sowohl die Mittelspannung als auch die Phasenverschiebung einen Einfluss auf die Lebensdauer. Auf Basis der experimentellen Ergebnisse wurden Lebensdauerprognoseansätze erabeitet. Bei zyklischer Belastung mit konstanten Amplituden wurden sowohl invariantenbasierte (BELTRAMI-Kriterium) als auch kritische-Ebenen-basierte Ansätze (FINDLEY-Kriterium) verwendet. Weiterhin wurde ein Hybridkonzept unter Berücksichtigung der Spannungsanisotropie entwickelt. Für zyklische Belastung mit variabler Amplitude wurde ein multiaxiales Zählverfahren mit einem invariantenbasierten Versagenskriterium kombiniert. Die lineare Schadensakkumulation nach Palmgren und Miner zeigte sich hierbei als zielführend. Ein rheologisches Werkstoffmodell mit Schädigung zur Prognose der Lebensdauer von Klebverbindungen im Rahmen der Kontinuumsschädigungsmechanik wurde um die untersuchten Einflüsse erweitert und anhand der Versuchsergebnisse validiert. Die Modellparameter für das rheologische Modell wurden anhand einachsiger Versuchsdatenreihen ermittelt, nachdem die Modellbildung abgeschlossen war. Das rheologische Modell wurde in FEA für die Vorhersage einer bauteil- ähnlichen Probe implementiert. Mit den entwickelten Ansätzen wurde eine zufriedenstellende Genauigkeit der Lebensdauerabschätzung erreicht. Die Kennwertermittlung basiert auf einachsigen Versuchen an simplen Proben mit einfacher Geometrie, was die Umsetzungshürde und die Kosten für die Parameteridentifikation für KMU deutlich verringert. Die erzielten Ergebnisse liefern einen praxisrelevanten Mehrwert für die Beteiligten in der Klebtechnik im Hinblick auf die Lebensdauerprognose von Stahlklebverbindungen unter komplexen Spannungszuständen mit konstanter und variabler Amplitude. Das Ziel des Forschungsvorhabens wurde erreicht. Veröffentlichung: 2024 Autoren: B. Mayer, Christof Nagel, V. C. Beber, P. Fernandes, A. Matzenmiller, Ch. Köster, T. Melz, J. Baumgartner, M. Hecht, G. Meschut, K. Tews, S. Çavdar
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P 1423 - Qualifizierung numerischer Simulationen für die Charakterisierung und Bewertung des Randschichtzustandes freier thermischer Schnittflächen Im Rahmen des Forschungsprojekts "Qualifizierung numerischer Simulationen für die Charakterisierung und Bewertung des Randschichtzustandes freier thermischer Schnittflächen" wurden thermische Schneidversuche durchgeführt, die charakteristischen Qualitätsmerkmale experimentell bestimmt und mit den Ergebnissen aus den numerischen Untersuchungen verglichen. Dazu wurde der Laserstrahlbrennschneidprozess schwerpunktmäßig ausgewählt und Versuche an einem Baustahl S355NC sowie einem hochfesten Stahl S1100M durchgeführt. Es ist zu sehen, dass der Härtegrenzwert der DIN EN 1090 beim S1100M deutlich überschritten wird und die Maximalhärte von etwa 570 HV1 nicht unmittelbar an der Schnittkante liegt. Sie fällt bis zur Oberfläche auf etwa 480 HV1 bis 520 HV1 ab. Ein abnehmender Kohlenstoffgehalt an der Schnittkante könnte ein Grund dafür sein. Im Vergleich zu den numerischen Untersuchungen können folgende Punkte festgestellt werden: Die Dimensionen der Wärmeeinflusszone lassen sich über die numerischen Berechnungen ermitteln und sind in guter Übereinstimmung mit den Schliffbildern. Die Phasenanteile bei den geringen Abkühlgeschwindigkeiten schließen auf eine vollständige Umwandlung in Martensit an der Randschicht. Die maximale Härte der WEZ stimmt mit den experimentellen Ergebnissen überein. Die Härteverteilung über der Tiefe im Zusammenhang mit der WEZ sind in guter Übereinstimmung. Abweichungen hinsichtlich der Breite der WEZ sind sehr gering. Die Ergebnisse zeigen, dass durch die numerische Simulation der Schneidprozess abgebildet werden kann und sich der Randschichtzustand im Anschluss an den Schneidprozess bewerten lässt. Das Gefüge, die Maximaltemperaturen sowie die Härteverteilung kann bestimmt werden und bietet somit eine Möglichkeit Zeit und Kosten bei der Qualitätsermittlung von thermischen Schnittkanten einzusparen. Der Aufwand zur Erstellung der numerischen Modele muss hier in Relation gestellt werden und die Methode muss in der Qualitätsprüfung Akzeptanz finden. Das Ziel des Forschungsvorhabens wurde erreicht. Veröffentlichung: Dezember 2022 Autoren: M. Sc. P. Diekhoff, Dr.-Ing. J. Sun, Dr.-Ing. T. Nitschke-Pagel, Prof. Dr.-Ing. K. Dilger
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P 1418 - Profilrichten durch partielles Auswalzen beim Walzprofilieren Im Rahmen des AiF-Projekts mit der Nummer 20960N wird für das etablierte Massenproduktionsverfahren des Rollformens ein neuartiges und effizientes Verfahren zum Richten von fehlerhaften Profilen untersucht. Das Ziel des Projektes ist es, den Zusammenhang zwischen der Längsdehnungsverteilung und den Profilfehlern zu bestimmen. Basierend auf diesen Erkenntnissen und den relativen Längsdehnungsverteilungen sind Gegenmaßnahmen einzuleiten, um durch ein partielles Auswalzen ausgewählter Querschnittsbereiche Profile zu richten. Im ersten Arbeitspaket werden die Einflussgrößen, die beim Rollformen auf Profilfehler und Längsdehnungen wirken, identifiziert. Im zweiten Arbeitspaket werden die Vorbereitungen für die numerische Modellbildung sowie die experimentellen Voruntersuchungen wie Materialcharakterisierungen durchgeführt. Im dritten Arbeitspaket werden numerische Untersuchungen zum U- und Hutprofil durchgeführt. Basierend auf den numerisch erzielten Erkenntnissen zu den Längsdehnungsverläufen wird das partielle Auswalzen untersucht. Zur Bestimmung des Einflusses verschiedener Parameter auf die Methode des partiellen Auswalzens werden sowohl für das U-Profil als auch für ein Hutprofil Untersuchungen durchgeführt. Insbesondere wird eine asymmetrische Geometrie verwendet, da für diesen Fall eine Überlagerung der vertikalen und horizontalen Durchbiegung sowie der Torsion vorliegt. Parallel werden zur Validierung experimentelle Untersuchungen mit den zu den numerischen Modellen äquivalenten Eigenschaften durchgeführt. Anschließend wird experimentell das partielle Auswalzen zum Richten untersucht. Das partielle Auswalzen wird im ersten Schritt am U-Profil angewendet und anschließend mit dem Hutprofil weitergeführt. Sowohl für das U- als auch für das Hutprofil können die Profilfehler durch das neue Verfahren eliminiert werden. Äquivalent zu den numerischen und experimentellen Untersuchungen wird ein analytisches Berechnungsmodell zur Bestimmung der Längsdehnungsverteilung anhand der auftretenden Profilfehler aufgebaut. Dieses analytische Berechnungsmodell wird mit den numerisch ermittelten Ergebnissen für beide Profile aus den Simulationsmodellen validiert. Anschließend erfolgt im letzten Schritt die Umsetzung des neuartigen Verfahrens für industriell angewendete Profile. Experimentelle und numerische Untersuchungen werden mit einem komplexen Profil eines Projektpartners durchgeführt. Die gemessenen Profilfehler für die rollgeformten Profile werden durch Anwenden des partiellen Auswalzens beeinflusst und beweisen, dass auch für komplexere Geometrien Profilfehler beeinflusst werden können. Das Ziel des Forschungsvorhabens wurde erreicht. Veröffentlichung: März 2023
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